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Meerwasserfische kaufen – 22 Gruppen ehrlich erklärt
Alle Fischgruppen im Überblick
Wir haben unsere Meerwasserfische in 22 Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe hat eine eigene Seite mit Artenvergleich, Haltungstipps aus unserer Praxis und Quellen – und jeder Fisch ein Haltungsprofil mit Endgröße, Beckengröße, Sozialverhalten, Riffverträglichkeit und Fütterung. Die Beckengrößen sind Richtwerte für ausgewachsene Tiere; was zählt, ist das Schwimmverhalten, nicht die Verkaufsgröße.
| Gruppe | Aquarium | Haltung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Anemonenfische | ab 200 l | einfach – gut haltbar | Revierbarsche, nicht die Kuschelfische aus dem Film; Nachzuchten sehr haltbar; Anemone nicht zwingend |
| Riffbarsche | ab 200 l | einfach – ausdauernd | ca. 50 cm Beckenlänge je Fisch; Chromis in Gruppen ab 8 Tieren |
| Kardinalbarsche | ab 100 l | einfach – sehr ruhig | Banggai jung als Gruppe, erwachsen als Paar; viele Arten in Gruppen ab 5 |
| Grundeln | ab 100 l | einfach bis mittel | Bagger-, Symbiose-, Schwert-, Korallen- und Zwerggrundeln; Baggergrundeln sieben den Sand |
| Schleimfische | ab 100 l | einfach bis mittel | Algenfresser mit Zufütterung; lückenlose Abdeckung; Säbelzahnschleimfische nur für Spezialisten |
| Zwergbarsche | ab 150 l | mittel | viele Arten nur einzeln; einige in Gruppen, gleichzeitig einsetzen |
| Feen- & Tabakbarsche | ab 300 l | mittel | Karibik; in Gruppen haltbar; anfangs empfindlich gegen Hautparasiten – UV-C 5 W/100 l |
| Fahnenbarsche | ab 400 l | mittel | 1 Männchen + Weibchen, Gruppe ab 6–8 Tieren; mehrmals täglich füttern; UV-C |
| Korallenwächter | je nach Art | einfach – gute Fresser | standorttreue Ansitzjäger; frisch gehäutete Putzergarnelen gefährdet |
| Lippfische | 80–2.000 l | einfach bis anspruchsvoll | sechs Gruppen: Zwerglippfische, Junker, Perllippfische, Versteck-, Große und Putzerlippfische; sehr transportempfindlich |
| Doktorfische | ab 600 l | mittel | in der Natur bis 40–50 cm, im Aquarium meist 20–25 cm; viel Schwimmraum, Nori; UV-C 8–20 W/100 l |
| Kaiserfische | 300–2.000 l | mittel | Zwergkaiser bedingt riffgeeignet, Großkaiser meist nicht; nur ein Kaiser oder ein Paar; Nachzuchten bevorzugt |
| Falterfische | 500–1.000 l | mittel | Paarhaltung; einige fressen Glasrosen; nur mit schnellwachsenden Weichkorallen |
| Leierfische & Mandarinfische | ab 300 l | anspruchsvoll | Nahrungsspezialisten: eingefahrenes Becken mit Mikrofauna; Paar oder Gruppe |
| Seenadeln & Seepferdchen | 100–300 l | mittel / Seepferdchen Spezialisten | Seenadeln sehr gut haltbar (Artemia, Mysis); Seepferdchen nur im ruhigen, hohen Artbecken |
| Kugelfische | ab 300 l | mittel | einzeln; hartschaliges Futter; bedingt riffgeeignet |
| Drückerfische | ab 1.000 l | mittel bis anspruchsvoll | Rotzahn/Xanthichthys riffgeeignet, Orangestreifen/Leopard/Picasso nicht |
| Feilenfische | je nach Art | mittel | Seetang-Feilenfisch frisst Glasrosen; übrige bedingt riffgeeignet |
| Kofferfische | großes ruhiges Becken | nur für Spezialisten | Giftabgabe bei Stress; keine hektischen Mitbewohner |
| Muränen & Röhrenaale | je nach Art | mittel | Abdeckung Pflicht; Röhrenaale in der Gruppe mit tiefem Sand |
| Fledermausfische | ab 2.000 l | anspruchsvoll | nur für sehr große, hohe Becken |
| Sonstige Meerwasserfische | je nach Art | mittel bis speziell | Mirakelbarsche, Torpedobarsche, Brunnenbauer, Rasiermesserfisch u. a. |
Händleraussage · Praxis · Wissenschaft
Vieles, was über Meerwasserfische geschrieben wird, stimmt nur halb. Hier die häufigsten Aussagen, was wir in der Praxis sehen und was die Wissenschaft dazu sagt.
| Oft zu lesen | Unsere Praxis | Wissenschaft |
|---|---|---|
| „Nachzuchten sind frei von Parasiten, Wildfänge überleben den Transport oft nicht“ | Nachzuchten sind oft teurer, aber bei manchen Fischen viel stabiler – besonders bei Nahrungsspezialisten gibt es mit Nachzuchten kein langsames Verhungern. Wo es sie gibt, sind Nachzuchten für uns immer die bessere Wahl. Unsere Wildfänge kommen aus eigenen Importen und vom Großhandel; alle Fische bleiben bei uns mindestens 14 Tage in Quarantäne bzw. so lange, bis sie sichtbar gut genährt sind. | Parasitenfreiheit ist keine Eigenschaft der Herkunft: Auch Nachzuchten können Parasiten tragen, eine Quarantäne ersetzt die Herkunft nicht. Belegt ist der Vorteil bei der Futterannahme – Nachzuchten sind an Ersatzfutter gewöhnt. |
| „Putzerlippfische und Putzergarnelen halten das Becken parasitenfrei“ | Putzerlippfische verhungern im Aquarium häufig, weil es dort viel zu wenige Parasiten gibt – sie müssen Ersatzfutter annehmen. Ein Putzer ersetzt keine Quarantäne und keine Behandlung kranker Fische. | Putzerlippfische nehmen an natürlichen Putzerstationen sehr viele Ektoparasiten auf (Grutter 1996), bevorzugen aber Fischschleim (Grutter & Bshary 2003). Gegen Weißpünktchen oder andere Erkrankungen im Aquarium gibt es keinen Wirkungsnachweis. |
| „Clownfische brauchen zwingend eine Anemone“ | Nein. Anemonenfische leben im Aquarium auch ohne Wirtsanemone gut; viele nehmen eine Ersatzkoralle sogar lieber an. Mit Anemone wird das Revierverhalten eher stärker – es sind knallharte Barsche, keine Kuschelfische. | In der Natur sind Anemonenfische an bestimmte Wirtsanemonen gebunden (FishBase, Tabelle auf der Anemonenfisch-Seite). Im Aquarium ist die Anemone für das Überleben nicht nötig. |
| „Lippfische brauchen Sand zum Schlafen“ | Nur ein Teil: Junker, Perllippfische, Leopardjunker und einige große Arten graben sich ein und brauchen feinen Sand ab 4 cm. Zwerglippfische, Versteck- und Putzerlippfische schlafen in Spalten im Gestein. | FishBase beschreibt die Lebensräume entsprechend unterschiedlich: Sandflächen bei Halichoeres und Macropharyngodon, Gestein bei Cirrhilabrus und Pseudocheilinus. |
| „Grundeln sind Parasitenjäger“ | Baggergrundeln sind wichtig für die Beckenhygiene – sie sieben den Sand. Parasiten bekämpfen sie nicht. Die Neongrundel putzt zwar andere Fische, ersetzt aber ebenfalls keine Behandlung. | Für keine Grundelart ist eine Wirkung gegen Fischparasiten im Aquarium belegt. |
| „Kleiner Fisch – kleines Becken“ | Nicht immer. Sechsstreifen-Lippfisch, Achtlinien-Lippfisch oder Chromis-Gruppen sind „Kleinfische für Großaquarien“: klein, aber sehr aggressiv oder sehr schwimmfreudig. Entscheidend sind Schwimmverhalten, Revier und Gruppengröße, nicht nur die Literzahl. | Zum Verhalten im Aquarium gibt es kaum Studien; unsere Angaben zur Beckengröße beruhen auf Praxiserfahrung und stehen je Art im Haltungsprofil. |
| „Doktorfische werden 20 cm groß“ | In der Natur werden viele Doktorfische 40–50 cm lang, im Aquarium meist 20–25 cm, Nasendoktoren gut 30–35 cm. Sie brauchen Schwimmraum, Strömung, täglich Algen – und in unserer Praxis viel UV-C (8–20 W je 100 l, je nach Art). | Endgrößen nach FishBase: Weißkehl-Doktor 54 cm, Scopas 40 cm, Paletten-Doktor 31 cm. Die Aquariengröße im Haltungsprofil richtet sich nach Schwimmverhalten, nicht nach der Verkaufsgröße. |
So kaufst du bei uns Meerwasserfische
- Beispielfotos: Alle Fischfotos sind Beispielbilder der Art. Welches Tier du bekommst, hängt von der aktuellen Lieferung ab – frag gern vorher nach Größe und Herkunft.
- Quarantäne: Jeder Fisch bleibt mindestens 14 Tage bei uns bzw. so lange, bis er sichtbar gut genährt ist. Nach unserer Eingewöhnung fressen unsere Tiere Flocken- und Granulatfutter – Ausnahme sind die Nahrungsspezialisten, die wir auf jeder Produktseite kennzeichnen.
- Lieferampel: Nicht jede Art ist ständig vorrätig. Tiere unseres Großhändlers sind innerhalb etwa einer Woche bei uns – meist schon eingewöhnt und futterfest – und gehen erst nach unserer Quarantäne in den Versand. Die aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit stehen auf jeder Produktseite.
- Versand: Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags), getrennt von Technik und Frostfutter. Keine Teillieferungen.
- Beratung: Ob ein Fisch zu deinem Becken und Besatz passt, besprechen wir gern vorher – per Telefon, WhatsApp oder im Laden in Schwandorf.
Quellen: FishBase (Froese & Pauly); Grutter, A. S. (1996): Parasite removal rates by the cleaner wrasse Labroides dimidiatus. Mar. Ecol. Prog. Ser. 130: 61–70; Grutter, A. S. & Bshary, R. (2003): Cleaner wrasse prefer client mucus. Proc. R. Soc. B 270 (Suppl.): S242–S244; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.
Planung ist alles: Welcher Fisch passt in dein Becken?
Sozialverhalten: Wer verträgt sich mit wem?
Einrichtung und Futter: Was jede Gruppe braucht





















