Der Feilenfisch, ein spannender Kugelfischverwandter

Der Feilenfisch ist nicht nur optisch ein sehr interessanter Aquarienbewohner, er fasziniert auch mit seinem Verhalten und seiner Lebensweise.

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    Acreichthys tomentosus Seetang-Feilenfisch

    Der Feilenfisch: Tarnkünstler und Glasrosen-Jäger

    Auf den ersten Blick wirkt ein Feilenfisch oft skurril: Der Körper ist flach, die Haut rau wie Schmirgelpapier und die Schwimmweise eher gemütlich. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Viele Aquarianer entscheiden sich ganz bewusst dafür, einen Feilenfisch kaufen zu wollen, weil er als effektivste biologische Waffe gegen die ungeliebten Glasrosen (Aiptasia) gilt. Er ist ein Meister der Tarnung und passt seine Farbe oft perfekt an die Umgebung an. Feilenfische fressen hauptsächlich kleine Fische, Würmer, Algen, Krebse sowie Polypen von Steinkorallen.

    Doch Feilenfische sind mehr als nur reine „Nutztiere“ zur Plagebekämpfung:

    • Charakter: Sie sind neugierige Beobachter, die das Becken genau scannen.
    • Nützlichkeit: Neben Glasrosen fressen viele Arten auch Manjanos und kleine Hydroiden.
    • Vergesellschaftung: Sie sind meist friedlich und lassen sich gut mit anderen Fischen halten.
    Paraluteres prionurus Schwarzsattel-Feilenfisch

    Bunte Vielfalt: Vom Schmuckstück zum Mimikry-Meister

    Während der Seegras-Feilenfisch eher unauffällig ist, kannst du auch optisch auffälligere Feilenfische kaufen. Wer einen Schmuck-Feilenfisch kaufen möchte, holt sich leuchtende Farben ins Riff, muss aber wissen, dass diese Tiere manchmal an Korallen zupfen können. Ein weiteres Highlight ist der Mimikry-Effekt: Wenn du einen Schwarzsattel-Feilenfisch kaufen willst, erhältst du einen faszinierenden Fisch, der zum Schutz vor Fressfeinden giftige Kugelfische imitiert. Er bleibt mit etwa elf Zentimetern deutlich kleiner. Im Indopazifik, seiner Heimat, ernährt er sich vorwiegend von Schwämmen, Krebstieren und Wirbellosen.

    Ehrlichkeit ist uns bei Punkcorals wichtig, daher beachte vor dem Kauf:

    • Futter: Sind alle Glasrosen gefressen, benötigt der Feilenfisch hochwertiges Frostfutter.
    • Korallen: Manche Individuen können an LPS-Korallen oder Krustenanemonen nippen. Beobachte deine Tiere deshalb gut.
    • Sozialverhalten: Feilenfische sind keine Hektiker und brauchen ruhige Mitbewohner, um beim Fressen nicht zu kurz zu kommen.

    Häufig gestellte Fragen rund um den Feilenfisch

    Bevor sich Aquarianer einen Feilenfisch kaufen, sollten sie sich mit den Arten etwas vertraut machen. Die folgenden Infos helfen dabei.

    Wirbellose wie Krebse, Schnecken und Würmer stehen ebenso auf ihrem Speiseplan wie Glasrosen und manchmal auch andere Korallen sowie Minianemonen.

    Sowohl gegen Artgenossen als auch gegen andere Eindringlinge zeigen sich Feilenfische durchaus territorial bis aggressiv. Dabei setzen sie ihre Zähne auch gerne mal zur Verteidigung ihres Reviers ein.

    Abgesehen von ihrer häufigen Vorliebe für Glasrosen ist es vor allem ihre "Verwandlungsfähigkeit", die Feilenfische so besonders macht.

    Der Seegras-Feilenfisch (Acreichthys tomentosus) ist der Spezialist dafür. Die Erfolgsquote ist sehr hoch, aber es gibt individuelle Unterschiede. Manche Tiere brauchen eine kurze Eingewöhnungszeit, bis sie die Glasrosen als Nahrung erkennen. Wenn du einen Schmuck-Feilenfisch kaufen möchtest, solltest du diesen eher wegen seiner Optik und nicht primär zur Plagenbekämpfung wählen.

    Das ist die wichtigste Frage, wenn du einen Feilenfisch kaufen willst. Wir sagen ehrlich: „Jein“. Der Seegras-Feilenfisch ist meistens brav, kann aber bei Nahrungsmangel an LPS-Korallen (z.B. Acanthastrea) oder Krustenanemonen gehen. Der Schwarzsattel-Feilenfisch gilt als relativ sicher, während Schmuck-Feilenfische ein höheres Risiko mitbringen, an Korallenpolypen zu zupfen. Gutes Füttern minimiert das Risiko erheblich.

    Ein Feilenfisch darf nicht hungern, wenn seine „Arbeit“ erledigt ist. Unsere Tiere sind futterfest und gehen problemlos an gängiges Frostfutter. Auch Flockenfutter wird oft angenommen.