LPS-Korallen

Großpolypige Steinkorallen – WYSIWYG

LPS-Korallen bei PunkCorals: großpolypige Steinkorallen wie Euphyllia, Favia, Chalice, Acanthastrea, Goniopora, Lobophyllia und Trachyphyllia – jedes Stück WYSIWYG mit Originalfoto, Lichtrasterplatte und Haltungstabelle. Wir halten LPS nährstoffreicher als SPS, bei mittlerem Licht, mäßiger Strömung und stabilen Werten (24–27 °C, KH 6–8, Calcium 380–420 mg/l). Lebendtierversand mit Terminabsprache oder Abholung in Schwandorf.

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    LPS-Gattungen im Überblick

    LPS (Large Polyp Stony Corals) sind großpolypige Steinkorallen – ein Handelsbegriff für Steinkorallen mit fleischigem Gewebe und großen Polypen. Für alle gilt bei uns: Temperatur 24–27 °C, KH 6–8 °dKH, Calcium 380–420 mg/l, nährstoffreich (Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l) und stabil. Füttern musst du nicht; alle nehmen gern tierisches Plankton. Was sich unterscheidet, sind Licht, Strömung, Nesselverhalten und Anspruch – die Werte stammen aus unserer Praxis.

    GattungLichtStrömungNesseltSchwierigkeit
    Acanthastrea / Micromussawenig bis mittelmittel, nicht direktmäßig – nachts ausgestülptes Gewebewenig anspruchsvoll
    Blastomussamittel, auch schattigmittel, nicht direktschwach – wird eher selbst genesseltanspruchsvoll (stabile Werte, Schutz vor Nachbarn)
    Chalice (Echinophyllia, Mycedium, Oxypora)mittel, nicht zu hellmittel, nicht direkt auf die Platteja – nachts Kehrtentakelanspruchsvoll
    Euphyllia (Hammer-, Fackel-, Froschlaichkoralle)mittelmittel, nicht direktja, stark – Kehrtentakel bis ca. 10 cmanspruchsvoll
    Favia / Favitesmittelmittel, nicht direktja – nachts Kehrtentakelwenig anspruchsvoll
    Goniastreamittelmittel, nicht direktja – nachts Kehrtentakelwenig anspruchsvoll
    Goniopora / Alveoporamittelwenig, gleichmäßigschwach – lange Polypen stören durch Berührunganspruchsvoll (Platz, Plankton, Geduld)
    Platygyra und andere Hirnkorallenmittelmittel, nicht direktja, stark – lange Kehrtentakelanspruchsvoll
    Lobophylliamittelwenigmäßig – fleischiges Gewebe über dem Skelettrandanspruchsvoll
    Plerogyra / Physogyra (Blasenkoralle)wenig bis mittelwenig, nicht direktja, stark – nachts Kehrtentakelanspruchsvoll
    Symphylliamittelwenig, gleichmäßigmäßig – Gewebe bläht sich über das Skelettanspruchsvoll
    Scolymiamittelwenigmäßig – fleischiges Gewebe, Abstand haltenanspruchsvoll
    Trachyphylliamittelwenigmäßig – fleischiges Gewebe, Abstand haltenanspruchsvoll
    Moseleyawenig, schattiggleichmäßig wenigmäßigmittel
    Turbinariamittelmittel, gleichmäßigschwach – wird eher selbst genesseltanspruchsvoll (stabile Werte, saubere Platte)

    Händleraussage · Praxis · Wissenschaft

    Zu LPS kursieren viele Zahlen. Hier die häufigsten Aussagen, was wir in unserer Praxis sehen und was die Wissenschaft dazu sagt.

    Oft zu lesenUnsere PraxisWissenschaft
    „LPS brauchen KH 8–10 und Calcium 400–450“Wir halten unsere LPS bei KH 6–8 °dKH und Calcium 380–420 mg/l – nah an natürlichem Meerwasser. Entscheidend ist nicht der hohe Wert, sondern dass er nicht schwankt: Sprunghafte KH-Änderungen sind in unserer Praxis der häufigste Grund für Gewebeverlust an Basis und Kolonierand.Steinkorallen bauen ihr Skelett aus Aragonit (Calciumcarbonat) und entnehmen dem Wasser dafür Calcium und Karbonat (Veron 2000). Natürliches Riffwasser liegt bei etwa 7 °dKH und rund 400 mg/l Calcium – höhere Werte beschleunigen das Wachstum nicht automatisch.
    „LPS brauchen Nullwasser“Nein. LPS stehen in unserer Hälterung nährstoffreicher: Nitrat um 5–20 mg/l, Phosphat um 0,05–0,1 mg/l. In sehr sauberem Wasser werden fleischige LPS wie Euphyllia, Symphyllia oder Trachyphyllia blass und dünn. Nährstoffarm fahren wir nur SPS.LPS leben wie alle riffbildenden Korallen mit Zooxanthellen, fangen aber mit ihren großen Polypen zusätzlich Plankton (Veron 2000). Die Symbionten brauchen Stickstoff und Phosphor für die Photosynthese – ein Minimum an Nährstoffen ist Voraussetzung, nicht Problem.
    „LPS brauchen 100–200 PAR“Wir geben keine PAR-Werte an, weil sie ohne Messgerät niemandem helfen. Unsere LPS stehen unter mittlerem Licht in der unteren bis mittleren Zone; Moseleya und Acanthastrea eher schattig, Favia und Goniastrea vertragen mehr, wenn du sie langsam daran gewöhnst. Zu viel Licht ist bei LPS der häufigere Fehler als zu wenig.Die Färbung hängt von der Dichte der Zooxanthellen und von fluoreszierenden Proteinen im Gewebe ab; unter zu starkem Licht reduziert die Koralle Symbionten und bleicht aus (allgemeine Korallenbiologie). Viele LPS-Gattungen besiedeln im Riff geschützte, trübere oder tiefere Standorte (Veron 2000).
    „LPS sind Einsteigerkorallen“Nur zum Teil. Favia, Favites, Goniastrea und Acanthastrea sind in unserer Praxis wenig anspruchsvoll, wenn Licht und Strömung mittel bleiben und die Werte stabil sind. Euphyllia, Chalice, Goniopora, Symphyllia, Platygyra, Lobophyllia, Trachyphyllia und Scolymia stufen wir als anspruchsvoll ein – sie reagieren empfindlich auf schwankende KH, zu viel Licht oder zu direkte Strömung.„LPS“ ist ein Handelsbegriff, keine wissenschaftliche Gruppe: Die hier geführten Gattungen verteilen sich auf mehrere Familien (u. a. Euphylliidae, Merulinidae, Lobophylliidae, Poritidae, Dendrophylliidae; Veron 2000, Budd et al. 2012). Entsprechend unterschiedlich sind ihre Ansprüche.
    „Nesseln tun nur Euphyllien“Euphyllia und Platygyra nesseln stark, aber auch Favia, Goniastrea, Chalice, Acanthastrea und Lobophyllia bilden nachts Kehrtentakel oder blähen ihr Gewebe über den Skelettrand. Zu anderen Gattungen daher einige Zentimeter Abstand, zu Euphyllia und Platygyra mindestens 10 cm. Blastomussa, Turbinaria und Goniopora sind eher die Leidtragenden.Kehrtentakel (sweeper tentacles) sind verlängerte Tentakel mit dichten Nesselzellen, mit denen Steinkorallen Nachbarn auf Abstand halten – ein Mechanismus der Konkurrenz um Platz im Riff (allgemeine Korallenbiologie).
    „Der Name auf dem Etikett ist die Gattung“„Chalice“ ist ein Handelsbegriff für plattig wachsende LPS, hinter dem vor allem Echinophyllia, Mycedium und Oxypora stehen; „Favia“ und „Favites“ werden im Handel gemischt verwendet, Hammer- und Froschlaichkorallen laufen weiter als Euphyllia. Wir schreiben dazu, was sich am Stück sicher sagen lässt.Indopazifische Favia werden seit Budd et al. (2012) als Dipsastraea geführt; Acanthastrea lordhowensis gehört seit Arrigoni et al. (2016) zu Micromussa; Hammer- und Froschlaichkorallen sind seit Luzon et al. (2017) Fimbriaphyllia, nur die Fackelkoralle bleibt Euphyllia. Für die Haltung ändert sich dadurch nichts.

    So kaufst du bei uns LPS-Korallen

    • WYSIWYG: Du bekommst genau das Stück auf dem Foto. Ein Quadrat der Lichtrasterplatte misst 1,3 × 1,3 cm, damit du Größe und Zahl der Köpfe einschätzen kannst.
    • Fotos unter Blaulicht: Wir fotografieren unter blaulastiger Beleuchtung mit Orangefilter, möglichst realistisch – die Farbwiedergabe bei dir hängt von Licht, Wasserwerten und Strömung ab.
    • Eingewöhnung: Temperatur angleichen und die Koralle zunächst etwas tiefer oder schattiger setzen als am Zielplatz; nach ein bis zwei Wochen höher stellen. Geschlossene Polypen in den ersten Tagen sind normal.
    • Versand: Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags), getrennt von Technik und Frostfutter. Abholung im Laden in Schwandorf ist jederzeit möglich.
    • Beratung: Ob eine Gattung zu deinem Becken, deinem Licht und deinem Besatz passt, besprechen wir gern vorher – per Telefon, WhatsApp oder im Laden.

    Quellen: Veron, J. E. N. (2000): Corals of the World; Budd, A. F. et al. (2012): Taxonomic classification of the reef coral family Mussidae. Zool. J. Linn. Soc. 166: 465–529; Arrigoni, R. et al. (2016): When forms meet genes: revision of the scleractinian genera Micromussa and Homophyllia. Contributions to Zoology 85: 387–422; Luzon, K. S. et al. (2017): Resurrecting a subgenus to genus: molecular phylogeny of Euphyllia and Fimbriaphyllia. PeerJ 5:e4074; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.

    Euphyllia glabrescens

    Euphyllia: Hammer-, Fackel- und Froschlaichkorallen

    Euphyllien gehören zu den beliebtesten LPS – und zu den am stärksten nesselnden. Was du wissen solltest:

    • Platz: untere bis mittlere Zone, mittleres Licht, Strömung nicht direkt auf die Polypen.
    • Abstand: nachts Kehrtentakel bis etwa 10 cm – zu anderen Gattungen entsprechend Platz lassen; untereinander vertragen sich Euphyllien meist.
    • Anemonenfische: nehmen Euphyllien gern als Anemonenersatz an.

    Alle Stücke findest du unter Euphyllia.

    Favia Fascination

    Favia, Favites und Goniastrea: robuste LPS für den Einstieg

    Massive LPS mit vielen kleinen Kelchen, die unter Blaulicht in Grün, Rot oder Gelb fluoreszieren. In unserer Praxis wenig anspruchsvoll, wenn:

    • Licht und Strömung: mittel bleiben – mehr Licht nur mit langsamer Gewöhnung.
    • Werte: stabil sind; KH-Sprünge zeigen sich zuerst am Kolonierand.
    • Nachbarn: einige Zentimeter Abstand haben – nachts bilden sie Kehrtentakel.

    Zu den Stücken: Favia / Favites und Goniastrea.

    Chalice

    Chalice: plattige LPS mit Farbspiel

    „Chalice“ ist ein Handelsbegriff für plattig wachsende LPS (vor allem Echinophyllia, Mycedium, Oxypora) – unter Blaulicht mit kräftigen Farben und andersfarbigen „Augen“. Sie gelten als anspruchsvoll:

    • Licht: mittel, nicht zu hell – die Farben bleichen sonst aus.
    • Strömung: mittel, nicht direkt auf die Platte; Ablagerungen regelmäßig abpusten.
    • Abstand: nachts Kehrtentakel, freier Plattenrand zum Wachsen.

    Alle Stücke unter Chalicen.

    Häufige Fragen zu LPS-Korallen

    Die wichtigsten Antworten aus unserer Praxis zu Licht, Wasserwerten, Fütterung und Nesselverhalten. Weitere Fragen beantworten wir gern telefonisch unter 0173 3820619 oder im Laden in Schwandorf (Öffnungszeiten).

    Mittleres Licht in der unteren bis mittleren Zone des Beckens – kein direktes Starklicht. Moseleya und Acanthastrea stehen eher schattig, Favia und Goniastrea vertragen mehr Licht, wenn du sie langsam daran gewöhnst. Zu viel oder zu abrupt geändertes Licht ist bei LPS der häufigere Fehler als zu wenig: Die Farben bleichen aus und die Polypen bleiben klein. Neue Stücke setzt du deshalb zunächst tiefer und stellst sie nach ein bis zwei Wochen höher.

    So halten wir unsere LPS:

    • Temperatur: 24–27 °C.
    • KH / Calcium: 6–8 °dKH und 380–420 mg/l, vor allem stabil.
    • Nährstoffe: nährstoffreich – Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l.

    Sprunghafte KH-Änderungen sind in unserer Praxis der häufigste Grund für Gewebeverlust. Produkte zur Versorgung findest du unter Mengenelemente (KH, Ca, Mg).

    Mittlere, indirekte Strömung passt für die meisten Gattungen: Die Polypen dürfen sich bewegen, aber nicht dauerhaft vom Skelett gedrückt werden, sonst reißt das Gewebe am Rand. Fleischige Gattungen wie Symphyllia, Lobophyllia, Trachyphyllia, Scolymia, Goniopora und Moseleya stehen besser in gleichmäßig schwacher Strömung. Ein harter Pumpenstrahl direkt auf die Koralle ist bei allen LPS ungünstig.

    Füttern musst du nicht – LPS leben über ihre Zooxanthellen vom Licht. Gezielte Gaben von tierischem Plankton oder feinem Frostfutter nehmen sie gern an, am besten abends, wenn die Polypen offen sind; die Koralle wächst damit etwas schneller. Bei Goniopora macht regelmäßiges feines Plankton in unserer Erfahrung den Unterschied. Zu viel Futter verschlechtert nur die Wasserwerte. Passendes Futter findest du unter Korallenfutter & Plankton.

    Ein Teil ja. Favia, Favites, Goniastrea und Acanthastrea sind in unserer Praxis wenig anspruchsvoll, wenn das Becken stabil läuft und Licht und Strömung mittel bleiben. Euphyllia, Chalice, Goniopora, Symphyllia, Platygyra, Lobophyllia, Trachyphyllia und Scolymia stufen wir als anspruchsvoll ein – sie gehören in ein eingefahrenes Becken mit konstanten Werten. Was zu deinem Becken passt, besprechen wir gern vorher.

    Ja, mit Abstand. Viele LPS bilden nachts Kehrtentakel, mit denen sie Nachbarn in Reichweite verätzen: Euphyllia und Platygyra reichen bis etwa 10 cm, Favia, Goniastrea, Chalice und Acanthastrea einige Zentimeter. Fleischige Gattungen wie Symphyllia, Lobophyllia und Trachyphyllia blähen ihr Gewebe über den Skelettrand. Lass ringsum Platz, vor allem zu empfindlichen SPS und Weichkorallen, und kontrolliere in den ersten Wochen nachts, wie weit die Tentakel reichen. Verschiedene Euphyllia-Arten untereinander sind in der Regel verträglich.

    Stabil halten ist die ganze Kunst: KH und Calcium nicht schwanken lassen, Licht nur langsam ändern, keine direkte Strömung. Geschlossene Polypen in den ersten Tagen nach dem Umsetzen sind normal; zieht sich Gewebe vom Skelett zurück oder bleichen die Farben aus, prüfe in dieser Reihenfolge KH-Schwankungen, Licht, Strömung und zupfende Fische oder Garnelen. Ablagerungen auf plattigen Gattungen wie Chalice und Turbinaria regelmäßig abpusten.

    Durch Teilen. Bei verzweigten Gattungen wie Euphyllia trennst du einzelne Köpfe mit einer Zange oder einem Trennschleifer am Skelettast ab und klebst sie auf einen Ablegerstein. Massive Kolonien wie Favia, Goniastrea oder Chalice werden mit einer Trennscheibe geteilt; der Schnittrand wächst bei stabilen Werten wieder zu. Fleischige Einzelpolypen wie Scolymia oder Trachyphyllia lassen sich kaum teilen. Ableger brauchen nach dem Schnitt einige Wochen Ruhe an einem schattigeren Platz.