Korallen für das Meerwasseraquarium - LPS, SPS, Weichkorallen & mehr – WYSIWYG

Korallen in sieben Gruppen – LPS, SPS, Weich- und Lederkorallen, Krustenanemonen, Scheibenanemonen, Gorgonien und Anemonen. Jedes Stück ist WYSIWYG: Du bekommst genau die Koralle auf dem Foto, mit Lichtrasterplatte zur Größeneinschätzung und einer Tabelle zu Licht, Strömung, Nährstoffen, Nesselverhalten und Schwierigkeit. Nicht jede Koralle will dasselbe Wasser: SPS halten wir nährstoffarm, alle anderen Gruppen nährstoffreicher – entscheidend sind stabile Werte. Lebendtierversand mit Terminabsprache oder Abholung in Schwandorf.

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    Alle Korallengruppen im Überblick

    Wir haben unsere Korallen in sieben Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe hat eine eigene Seite mit Gattungsvergleich, Hinweisen aus unserer Praxis und Quellen; jedes Stück ist ein WYSIWYG-Angebot mit Originalfoto und einer Tabelle „Haltung auf einen Blick“. Die Werte hier sind Richtwerte für die Gruppe – was für die einzelne Gattung gilt, steht auf der Gruppenseite und beim Produkt. Temperatur bei allen Gruppen 24–27 °C, KH 6–8 °dKH, Calcium 380–420 mg/l.

    GruppeLichtStrömungNährstoffeSchwierigkeitNesseln
    LPS-Korallenmittelmittel, nicht direktnährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/lje nach Gattung: wenig anspruchsvoll (Favia, Goniastrea, Acanthastrea) bis anspruchsvoll (Euphyllia, Chalice, Goniopora)ja – viele Gattungen nachts mit Kehrtentakeln; Euphyllia und Platygyra stark
    SPS-Korallenviel (obere Zone)hoch, wechselndnährstoffarm: Nitrat 0–3 mg/l, Phosphat 0–0,03 mg/lanspruchsvoll – nur für eingefahrene Becken mit stabilen Wertenkaum – werden eher von Nachbarn verdrängt
    Weich- und Lederkorallenmittelwenig bis mittel, wechselndnährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/lleicht, auch für Einsteigerkaum – Lederkorallen geben aber Terpene ins Wasser ab (Aktivkohle, Abschäumer)
    Krustenanemonen (Zoanthus)mittel bis stark, tolerantmittel, nicht direktnährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/leinfach, auch für Einsteigerkaum – verdrängen durch Überwachsen; Palytoxin: Handschuhe beim Hantieren
    Scheibenanemonenmittel bis weniggleichmäßig wenignährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/lmittel in unserer Einstufung; gelten allgemein als pflegeleichtschwach – verdrängen durch Teilung und Überwachsen
    Gorgonienmittel (fotosynthetische Arten)turbulent, von allen Seitennährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/lmittel bis Experte, je nach Artkaum – werden eher selbst genesselt
    Anemonenvielmittelstabile Werte; eingefahrenes Beckenfür eingefahrene Becken; Anemonen wandern – Ansaugschutz an jeder Pumpeja – Abstand zu Korallen, Platz sucht sich die Anemone selbst

    Händleraussage · Praxis · Wissenschaft

    Über Korallen wird viel behauptet. Hier die häufigsten Aussagen, was wir in unserer Praxis sehen und was die Wissenschaft dazu sagt.

    Oft zu lesenUnsere PraxisWissenschaft
    „Korallen brauchen Nullwasser“Das gilt bei uns nur für SPS: Nitrat 0–3 mg/l und Phosphat 0–0,03 mg/l. LPS, Weich- und Lederkorallen, Krusten- und Scheibenanemonen sowie Gorgonien halten wir nährstoffreicher – Nitrat um 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l. Wichtiger als der absolute Wert ist, dass die Werte nicht schwanken; sprunghafte KH-Änderungen sind in unserer Praxis der häufigste Grund für Gewebeverlust.Riffbildende Korallen leben in Symbiose mit Zooxanthellen, die Photosyntheseprodukte liefern; zusätzlich fangen die Polypen Plankton und nehmen gelöste Stoffe auf (Veron 2000). Die Zooxanthellen brauchen dafür Stickstoff und Phosphor – ein Becken ganz ohne Nährstoffe ist kein Riff.
    „SPS sind nur etwas für Profis“SPS brauchen viel Licht, hohe Strömung und vor allem stabile, nährstoffarme Werte – also ein eingefahrenes Becken, nicht das erste Vierteljahr. Montipora, Stylophora, Pocillopora und Seriatopora sind in unserer Praxis der Einstieg in SPS; Acropora kommt danach.„SPS“ und „LPS“ sind Handelsbegriffe, keine wissenschaftlichen Gruppen. Veron (2000) ordnet die Gattungen nach Familien: Acropora und Montipora stehen in den Acroporidae, Pocillopora, Stylophora und Seriatopora in den Pocilloporidae – die Polypengröße sagt nichts über die Verwandtschaft.
    „LPS sind Einsteigerkorallen“Nur zum Teil. Favia, Favites, Goniastrea und Acanthastrea sind in unserer Praxis wenig anspruchsvoll, wenn Licht und Strömung mittel bleiben und die Werte stabil sind. Euphyllia, Chalice, Goniopora, Symphyllia und Platygyra stufen wir als anspruchsvoll ein – sie reagieren empfindlich auf schwankende KH, zu viel Licht oder zu direkte Strömung.Viele Handelsnamen sind wissenschaftlich überholt: Indopazifische Favia werden seit Budd et al. (2012) als Dipsastraea geführt, Acanthastrea lordhowensis seit Arrigoni et al. (2016) als Micromussa, Hammer- und Froschlaichkorallen seit Luzon et al. (2017) als Fimbriaphyllia. Im Handel bleiben die alten Namen.
    „WYSIWYG – aber Blaulichtfotos täuschen“Bei uns heißt WYSIWYG: Du bekommst genau das Stück auf dem Foto, nicht ein Beispielbild der Art. Wir fotografieren unter blaulastiger Beleuchtung mit Orangefilter und achten auf eine möglichst realistische Darstellung. Wie die Koralle bei dir aussieht, hängt von deinem Licht, deinen Wasserwerten und der Strömung ab – unter reinem Tageslicht wirken viele Farben blasser.Die Farben kommen aus zwei Quellen: den braunen Pigmenten der Zooxanthellen und körpereigenen fluoreszierenden Proteinen im Korallengewebe, die kurzwelliges blaues Licht in längerwelliges umwandeln. Deshalb leuchten Korallen unter Blaulicht, unter Tageslicht sieht man vor allem das Braun der Zooxanthellen (allgemeine Korallenbiologie).
    „Korallen muss man füttern“Alle Korallen in unseren Gruppen leben über ihre Zooxanthellen vom Licht – füttern musst du nicht. Gezielte Gaben von tierischem Plankton oder feinem Frostfutter nehmen LPS gern und wachsen damit etwas schneller; bei Goniopora und Gorgonien macht regelmäßiges Plankton in unserer Erfahrung den Unterschied. Zu viel Futter verschlechtert nur die Wasserwerte.Zooxanthellate Korallen decken den größten Teil ihres Energiebedarfs über die Photosynthese der Symbionten, ergänzen ihn aber durch Planktonfang (Veron 2000). Azooxanthellate Korallen wie Tubastrea haben keine Symbionten und müssen gefüttert werden – solche Arten führen wir nur in Ausnahmefällen.
    „Nesseln tun nur Euphyllien“Euphyllia und Platygyra nesseln stark, aber auch Favia, Goniastrea, Chalice, Acanthastrea und Lobophyllia bilden nachts Kehrtentakel oder blähen ihr Gewebe über den Skelettrand. Zu anderen Gattungen daher einige Zentimeter Abstand, zu Euphyllia mindestens 10 cm. Weich- und Lederkorallen, Krusten- und Scheibenanemonen nesseln kaum, verdrängen Nachbarn aber durch Überwachsen; Lederkorallen geben Terpene ins Wasser ab.Nesselzellen sind das gemeinsame Merkmal aller Nesseltiere (Cnidaria), zu denen Stein-, Weichkorallen und Anemonen gehören. Zoanthus und Palythoa können zusätzlich Palytoxin enthalten, eines der stärksten bekannten Naturgifte; Vergiftungen beim Hantieren mit Kolonien sind dokumentiert (Deeds & Schwartz 2010, Toxicon 56: 150–162) – deshalb Handschuhe und keine Arbeiten außerhalb des Wassers.
    „Der Name auf dem Etikett ist die Art“Handelsnamen wie „Chalice“, „Hammerkoralle“ oder „Fire & Ice“ sind keine Artnamen. Hinter „Chalice“ stehen vor allem Echinophyllia, Mycedium und Oxypora; am lebenden Stück lässt sich die Gattung oft nicht sicher bestimmen. Wir schreiben dazu, was wir sicher wissen – und markieren den Rest als Handelsname.Die Systematik der Steinkorallen wurde mit molekularen Methoden mehrfach umgebaut: Budd et al. (2012) für die Mussidae/Merulinidae, Arrigoni et al. (2016) für Micromussa und Homophyllia, Luzon et al. (2017) für Euphyllia und Fimbriaphyllia. Für die Haltung ändert sich dadurch nichts.

    So kaufst du bei uns Korallen

    • WYSIWYG: Du bekommst genau das Stück auf dem Foto. Ein Quadrat der Lichtrasterplatte misst 1,3 × 1,3 cm, damit du die Größe einschätzen kannst.
    • Fotos unter Blaulicht: Wir fotografieren unter blaulastiger Beleuchtung mit Orangefilter, möglichst realistisch – die Farbwiedergabe bei dir hängt von Licht, Wasserwerten und Strömung ab.
    • Eingewöhnung: Temperatur angleichen und die Koralle zunächst etwas tiefer oder schattiger setzen als am Zielplatz; nach ein bis zwei Wochen höher stellen. Geschlossene Polypen in den ersten Tagen sind normal.
    • Versand: Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags), getrennt von Technik und Frostfutter. Abholung im Laden in Schwandorf ist jederzeit möglich.
    • Beratung: Ob eine Koralle zu deinem Becken, deinem Licht und deinem Besatz passt, besprechen wir gern vorher – per Telefon, WhatsApp oder im Laden.

    Quellen: Veron, J. E. N. (2000): Corals of the World; Budd, A. F. et al. (2012): Taxonomic classification of the reef coral family Mussidae. Zool. J. Linn. Soc. 166: 465–529; Arrigoni, R. et al. (2016): Contributions to Zoology 85: 387–422; Luzon, K. S. et al. (2017): PeerJ 5:e4074; Deeds, J. R. & Schwartz, M. D. (2010): Human risk associated with palytoxin exposure. Toxicon 56: 150–162; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.

    Euphyllia glabrescens

    WYSIWYG: Du bekommst das Stück auf dem Foto

    Jede Koralle bei uns ist ein Einzelstück mit eigenem Foto – kein Beispielbild der Art. Was dir beim Foto hilft:

    • Lichtrasterplatte: ein Quadrat misst 1,3 × 1,3 cm, so kannst du die Größe und die Zahl der Köpfe einschätzen.
    • Blaulicht mit Orangefilter: wir fotografieren so realistisch wie möglich; unter deinem Licht können die Farben anders wirken.
    • Gruppenseiten: LPS, SPS, Weich- und Lederkorallen, Krustenanemonen, Scheibenanemonen, Gorgonien und Anemonen – mit Gattungsvergleich und Praxis-Hinweisen.
    Montipora ultra red (Bali).

    Nährstoffe: nicht jede Koralle will Nullwasser

    Ein häufiger Fehler ist, alle Korallen gleich zu halten. In unserer Hälterung gilt:

    • SPS: nährstoffarm – Nitrat 0–3 mg/l, Phosphat 0–0,03 mg/l, viel Licht, hohe Strömung.
    • LPS, Weich- und Lederkorallen, Krusten- und Scheibenanemonen, Gorgonien: nährstoffreicher – Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l, mittleres Licht.
    • Für alle: 24–27 °C, KH 6–8 °dKH, Calcium 380–420 mg/l – stabil. Sprunghafte KH-Änderungen sind der häufigste Grund für Gewebeverlust.

    Wer SPS und LPS im selben Becken hält, fährt in der Regel einen Mittelweg und stellt die LPS in die weniger beleuchteten Zonen.

    Sacrophyton

    Eingewöhnung, Platz und Nachbarn

    Die meisten Verluste passieren in den ersten Wochen – und meist nicht wegen des Wassers, sondern wegen Platz und Licht.

    • Lichtgewöhnung: zunächst tiefer oder schattiger setzen als am Zielplatz, nach ein bis zwei Wochen höher stellen. Zu abrupt gestellt bleichen die Farben aus.
    • Strömung: Polypen dürfen sich bewegen, aber nicht dauerhaft vom Skelett gedrückt werden.
    • Abstand: viele LPS bilden nachts Kehrtentakel; zu Euphyllia mindestens 10 cm. Lederkorallen geben Terpene ab – Aktivkohle und Abschäumer helfen.
    • Zoanthus und Palythoa: können Palytoxin enthalten. Handschuhe tragen, nicht außerhalb des Wassers schneiden oder bürsten.

    Häufige Fragen zu Korallen im Meerwasseraquarium

    Die wichtigsten Antworten aus unserer Praxis – geprüft und ohne Verkaufsfloskeln. Weitere Fragen beantworten wir gern telefonisch unter 0173 3820619 oder im Laden in Schwandorf (Öffnungszeiten).

    Für den Anfang eignen sich Korallen, die mittleres Licht, mäßige Strömung und ein paar Nährstoffe im Wasser vertragen:

    • Weich- und Lederkorallen: Sarcophyton und Co. sind leicht, wachsen zügig und verzeihen Schwankungen.
    • Krustenanemonen (Zoanthus): einfach, bunt, tolerant beim Licht – beim Hantieren Handschuhe tragen (Palytoxin).
    • Scheibenanemonen: schwache Strömung, nicht zu hell, vermehren sich durch Teilung.
    • Robuste LPS: Favia, Favites, Goniastrea und Acanthastrea sind in unserer Praxis wenig anspruchsvoll, wenn das Becken stabil läuft.

    SPS, Goniopora, Euphyllia und Chalice gehören erst in ein eingefahrenes Becken mit stabilen Werten. Was zu deinem Becken passt, besprechen wir gern vorher.

    Für alle Gruppen gilt bei uns: Temperatur 24–27 °C, KH 6–8 °dKH, Calcium 380–420 mg/l – vor allem stabil. Bei den Nährstoffen unterscheiden wir:

    • SPS: nährstoffarm, Nitrat 0–3 mg/l, Phosphat 0–0,03 mg/l.
    • LPS, Weich- und Lederkorallen, Krusten- und Scheibenanemonen, Gorgonien: nährstoffreicher, Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l – so halten wir sie in unserer Hälterung.

    Sprunghafte KH-Änderungen sind in unserer Praxis der häufigste Grund für Gewebeverlust. Passende Produkte findest du unter Mengenelemente (KH, Ca, Mg).

    Das hängt von der Gruppe ab – und am Anfang gilt immer: etwas tiefer oder schattiger als am späteren Zielplatz, nach ein bis zwei Wochen höher stellen.

    • Obere Zone, viel Licht, hohe Strömung: SPS und Anemonen.
    • Mittlere Zone, mittleres Licht: die meisten LPS, Weich- und Lederkorallen, Krustenanemonen.
    • Untere Zone, wenig Strömung: Scheibenanemonen, Symphyllia, Moseleya, Goniopora, Lobophyllia, Trachyphyllia und Scolymia auf Sand oder flachem Gestein.
    • Frei stehend in turbulenter Strömung: Gorgonien.

    Halte zu nesselnden Nachbarn Abstand – bei Euphyllia mindestens 10 cm – und setze die Koralle auf festen Untergrund, damit sie nicht umkippt.

    Nein. Alle Korallen in unseren Gruppen leben über ihre Zooxanthellen vom Licht. Gezielte Gaben von tierischem Plankton oder feinem Frostfutter nehmen LPS gern an und wachsen damit etwas schneller; bei Goniopora und Gorgonien hilft regelmäßiges Plankton in unserer Erfahrung spürbar. Zu viel Futter verschlechtert die Wasserwerte – lieber wenig und gezielt. Passendes Futter findest du unter Korallenfutter & Plankton.

    Geschlossene Polypen in den ersten Tagen nach dem Umsetzen sind normal. Warnzeichen sind dagegen Gewebe, das sich vom Skelett oder vom Kolonierand zurückzieht, ausbleichende Farben und Polypen, die über Tage geschlossen bleiben. Prüfe dann in dieser Reihenfolge: KH-Schwankungen, Licht (zu stark oder zu abrupt geändert), Strömung (zu direkt) und ob ein Fisch, eine Garnele oder ein nesselnder Nachbar an der Koralle arbeitet. Bei Zweifeln schick uns ein Foto per WhatsApp.

    Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs mit Ankunft donnerstags – getrennt von Technik und Frostfutter, damit das Paket nicht länger unterwegs ist als nötig. Die Korallen werden einzeln in Wasser verpackt und isoliert versendet. Nach Ankunft Temperatur angleichen und die Koralle zunächst schattiger setzen. Sollte ein Tier tot ankommen, fotografiere es unmittelbar im noch verschlossenen Beutel, damit wir einen Transportschaden anerkennen können. Abholung im Laden in Schwandorf ist jederzeit möglich.