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Pseudochromis / Pictichromis paccagnellae
Nymphen-Zwergbarsch
€26,00
Zwergbarsche (Familie Pseudochromidae) sind kleine, langgestreckte Höhlenbewohner aus dem Roten Meer und dem Indopazifik. Sie halten sich dicht an Spalten und Überhängen auf und schießen bei Gefahr blitzschnell ins Versteck. Ihre leuchtenden Farben machen sie zu Blickfängen im Riffaquarium – ihr Revierverhalten zu Fischen, bei denen die Auswahl der Mitbewohner gut überlegt sein will. Viele Arten werden heute von professionellen Züchtern nachgezogen.
Über Zwergbarsche kursieren einige Pauschalaussagen. So sieht es bei genauerem Hinsehen aus:
| Oft zu lesen | Unsere Praxis | Wissenschaft |
|---|---|---|
| „Riffgeeignet“ | Korallen ja. Die kleinen Arten (König-Salomon, Springers, Gestreifter und Gelbrücken-Zwergbarsch) sind in unserer Praxis meist mit großen Putzergarnelen haltbar. Nymphen-, Diadem-, Purpur-, Aldabra- und Pracht-Zwergbarsch gefährden auch Putzergarnelen. Sehr kleine Garnelen sind bei allen gefährdet. | Fleischfresser: Kleinkrebse, Zooplankton und Würmer (FishBase, Trophiestufe 3,5–3,7). |
| „Klein, passt ins Nano“ | Klein ja, aber mit viel Revieranspruch. Im kleinen Becken können Mitbewohner nicht ausweichen. Wir empfehlen je nach Art 150 bis 500 Liter. | Endgrößen 5,5–13 cm; territoriale Höhlenbewohner (FishBase). |
| „Frisst Borstenwürmer und Pyramidenschnecken“ | Kleine Borstenwürmer werden gefressen, eine Borstenwurmplage lässt sich damit aber nicht bekämpfen. Bei Pyramidenschnecken ist das unzuverlässig. | Würmer gehören zum natürlichen Beutespektrum. Zu Schnecken gibt es nur Beobachtungen aus Aquarien, keine Studien. |
| „Zwei Zwergbarsche ergeben immer ein Paar“ | Bei König-Salomon-, Springers und Gestreiftem Zwergbarsch klappen Paare und kleine Gruppen, beim Pracht-Zwergbarsch Paare, wenn die Tiere gleichzeitig eingesetzt werden und genug Höhlen da sind. Nymphen- und Diadem-Zwergbarsch sind innerartlich sehr aggressiv – nur ein Tier pro Aquarium. | Geschlechtswechsel in beide Richtungen ist nachgewiesen, dauert aber: Weibchen zu Männchen 18–56 Tage, Männchen zu Weibchen 52–93 Tage – in dieser Zeit kann es heftige Kämpfe geben (Wittenrich & Munday 2005). |
| „Nachzuchten sind friedlicher“ | Viele Arten werden inzwischen von professionellen Züchtern nachgezogen. Nachzuchten sind futterfest und gut einzugewöhnen, das Revierverhalten bleibt aber arttypisch. | Kein Beleg für weniger Aggression bei Nachzuchten. Vorteil: Für Nachzuchten werden keine Tiere aus dem Riff entnommen. |
Sortiert von friedlich bis aggressiv. NZ = Nachzucht, DNZ = deutsche Nachzucht.
| Art | Endgröße | Aquarium | Verträglichkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Gestreifter Zwergbarsch Pseudochromis sankeyi | 8 cm | ab 200 l | friedlich | friedlichste Art, lebt in Kolonien, Gruppe möglich (NZ) |
| König-Salomon-Zwergbarsch Pseudochromis fridmani | 7 cm | ab 200 l | bedingt | Gruppe möglich, meist mit großen Putzergarnelen (DNZ) |
| Gelbrücken-Zwergbarsch Pseudochromis flavivertex | 7 cm | ab 200 l | bedingt | braucht Verstecke am Boden (NZ) |
| Springers Zwergbarsch Pseudochromis springeri | 6 cm | ab 150 l | bedingt | kleinste Art, Paar oder Gruppe möglich (NZ) |
| Nymphen-Zwergbarsch Pictichromis paccagnellae | 7 cm | ab 250 l | bedingt | innerartlich sehr aggressiv, gefährdet auch Putzergarnelen |
| Diadem-Zwergbarsch Pictichromis diadema | 6 cm | ab 250 l | bedingt | innerartlich sehr aggressiv, gefährdet auch Putzergarnelen |
| Purpur-Zwergbarsch Cypho purpurascens | 8 cm | ab 250 l | bedingt | aggressiv gegen Rotanteil in Fischen und Garnelen |
| Aldabra-Zwergbarsch Pseudochromis aldabraensis | 10 cm | ab 400 l | aggressiv | nur mit deutlich größeren Fischen (NZ) |
| Pracht-Zwergbarsch Manonichthys splendens | 13 cm | ab 500 l | bedingt | größte Art, als Paar haltbar, braucht auch Schwimmraum |
Zwergbarsche sind unkomplizierte Fresser. Nachzuchten nehmen Frostfutter wie Mysis und Artemia, Granulat und Flockenfutter meist sofort an. Wildfänge gewöhnt man anfangs mit Frostfutter ein. Zwei bis drei kleine Portionen am Tag sind besser als eine große.
Gut: größere, ruhige Fische wie Doktorfische oder Zwergkaiserfische in ausreichend großen Aquarien.
Vorsicht: kleine, zurückhaltende Fische wie Grundeln oder Kardinalbarsche – je nach Art und Aquariengröße.
Ungeeignet: andere Zwergbarscharten und Feenbarsche, sehr kleine Garnelen – bei den aggressiveren Arten auch Putzergarnelen.
Quellen: FishBase (Froese & Pauly); Wittenrich, M. L. & Munday, P. L. (2005): Bi-directional sex change in coral reef fishes from the family Pseudochromidae. Zoological Science 22: 797–803; IUCN Red List; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.
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