Chalice Flaming Bugatti ist ein WYSIWYG-Stück – du bekommst genau die Koralle auf dem Foto. „Chalice“ ist ein Handelsbegriff für flächig wachsende großpolypige Steinkorallen (LPS), hinter dem vor allem die Gattungen Echinophyllia, Mycedium und Oxypora stehen; am lebenden Stück lässt sich die Gattung oft nicht sicher bestimmen. Die Stücke wachsen als Platten oder Krusten und zeigen unter Blaulicht kräftige Farben und Fluoreszenz, oft mit andersfarbigen „Augen“ (den Polypen). Sie gelten als anspruchsvoll: Sie brauchen mittleres Licht, mäßige Strömung und vor allem stabile Wasserwerte. Das größte Risiko sind zu viel Licht und Nachbarn in Reichweite der nächtlichen Kehrtentakel.
PunkCorals-Hinweis: Chalices nesseln nachts mit Kehrtentakeln und gelten als anspruchsvoll. Lass zu anderen Korallen einige Zentimeter Platz und setze das Stück nicht zu hell – die Farben bleichen unter zu starkem Licht aus.
Haltung auf einen Blick
| Merkmal |
Angabe |
| Licht |
mittel (in unserer Praxis; mehr Licht nur mit langsamer Gewöhnung) |
| Strömung |
mittel, nicht direkt auf die Platte |
| Platz im Becken |
untere bis mittlere Zone, mit freiem Plattenrand und Abstand zu Nachbarn |
| Temperatur |
24–27 °C |
| Nährstoffe |
nährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l (unsere Praxis) |
| KH / Calcium |
6–8 °dKH / 380–420 mg/l, stabil |
| Fütterung |
nicht nötig, nimmt gern tierisches Plankton und feines Frostfutter |
| Nesselt |
ja – nachts Kehrtentakel, Abstand zu Nachbarn halten |
| Schwierigkeit |
anspruchsvoll (empfindlich bei zu viel Licht und schwankenden Werten) |
Besonderheiten und Wuchs
Chalices wachsen als dünne bis dicke Platten oder als Kruste, die sich vom Rand her ausdehnt; der Rand ist meist frei vom Untergrund, die Platte wird mit der Zeit größer und kann sich wellen oder lappig werden. Die Polypen sitzen als kleine Kelche verteilt auf der Oberseite; bei Mycedium sind sie zum Plattenrand hin geneigt und wirken wie kleine „Nasen“, bei Echinophyllia und Oxypora stehen sie gerade. Tagsüber liegt das Gewebe flach an und zeigt die Farbzeichnung von Grundfläche und Polypen, nachts entfalten sich die Polypen und Kehrtentakel. Der Handel benennt die Stücke nach Farbmorphe („Bugatti“, „Rainbow“, „Convict“), nicht nach Art – wir übernehmen diese Namen, weil sie so gezüchtet und weitergegeben werden.
Licht, Strömung und Platzierung
In unserer Praxis stehen Chalices unter mittlerem Licht am besten; etwas mehr vertragen sie, wenn du sie langsam daran gewöhnst – fang lieber unten an. Zu starkes Licht lässt die Farben ausbleichen, zu wenig Licht lässt sie bräunlich werden. Die Strömung sollte mittel und nicht direkt sein: Sie muss die Platte frei von Ablagerungen halten, darf das Gewebe aber nicht dauerhaft vom Skelett drücken. Ein Platz in der unteren bis mittleren Zone auf festem Untergrund, leicht geneigt, passt gut – mit freiem Plattenrand, damit die Koralle wachsen kann, und mit Abstand zu Nachbarn.
Wasserwerte und Fütterung
Wir halten unsere LPS in nährstoffreicherem Wasser: Nitrat um 5–20 mg/l und Phosphat um 0,05–0,1 mg/l sind in Ordnung, wichtig ist, dass die Werte nicht schwanken. KH und Calcium halten wir stabil bei 6–8 °dKH und 380–420 mg/l – sprunghafte KH-Änderungen sind der häufigste Grund für Gewebeverlust am Plattenrand. Füttern musst du nicht; die Koralle lebt mit ihren Zooxanthellen vom Licht. Abends nimmt sie gern tierisches Plankton oder feines Frostfutter, wenn du es gezielt auf die geöffneten Polypen gibst.
Vergesellschaftung und Nesselverhalten
Chalices bilden nachts Kehrtentakel, mit denen sie Nachbarn in Reichweite verätzen; untereinander sind verschiedene Chalice-Stücke ebenfalls nicht verträglich und wachsen gegeneinander. Lass daher ringsum einige Zentimeter frei, mehr zu empfindlichen SPS und Weichkorallen. Zu stärker nesselnden Gattungen wie Euphyllia oder Galaxea gehört zusätzlicher Abstand, weil deren Kehrtentakel die Platte erreichen. Kaiser- und Falterfische sowie manche Lippfische zupfen am Gewebe; Einsiedler und große Schnecken können die Platte beim Weiden beschädigen.
Eingewöhnung und Pflege
Nach dem Transport Temperatur angleichen und die Koralle zunächst etwas tiefer oder schattiger setzen als am Zielplatz; nach ein bis zwei Wochen kannst du sie höher stellen, wenn die Farben stabil bleiben. Flach anliegendes Gewebe und geschlossene Polypen in den ersten Tagen sind normal. Ableger sind einfach: Die Platte lässt sich mit einer Trennscheibe oder einer Zange am Rand teilen, der Schnittrand wächst bei stabilen Werten wieder zu. Bei Gewebeverlust am Rand zuerst KH, Licht und Strömung prüfen.
Informationen zum angebotenen Tier
Du bekommst genau das Stück auf dem Foto (WYSIWYG). Ein Quadrat der Lichtrasterplatte misst 1,3 × 1,3 cm, damit du die Größe einschätzen kannst. Wir fotografieren unter blaulastiger Beleuchtung mit Orangefilter und achten auf eine möglichst realistische Darstellung – die Farbwiedergabe bei dir hängt von Licht, Wasserwerten und Strömung ab. Aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit siehe oben; Fragen zum Stück beantworten wir gern vorher per WhatsApp oder Telefon.
Versand und Beratung
Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags). Einzelheiten stehen in unseren Versandbedingungen. Ob eine Chalice zu deinem Becken und deinem Besatz passt, besprechen wir gern vorher.
Häufige Fragen
Was ist eine Chalice eigentlich für eine Koralle?
„Chalice“ ist kein wissenschaftlicher Name, sondern ein Handelsbegriff für flächig wachsende LPS aus mehreren Gattungen – vor allem Echinophyllia, Mycedium und Oxypora. Am lebenden Stück lässt sich die Gattung oft nicht sicher bestimmen, die Haltung ist aber bei allen ähnlich.
Wie viel Licht verträgt eine Chalice?
In unserer Praxis steht sie unter mittlerem Licht am besten. Zu viel Licht lässt die Farben ausbleichen und das Gewebe hell werden. Setze sie zuerst in die untere bis mittlere Zone und rücke sie nur langsam höher, wenn die Farben stabil bleiben.
Muss ich meine Chalice füttern?
Nein. Sie lebt über ihre Zooxanthellen vom Licht. Abends, wenn die Polypen offen sind, nimmt sie gezielte Gaben von Plankton oder feinem Frostfutter gern an.
Wie viel Abstand braucht eine Chalice zu anderen Korallen?
Nachts bildet sie Kehrtentakel, die über den Plattenrand hinausreichen. Lass ringsum einige Zentimeter frei und beobachte in den ersten Wochen, ob Nachbarn am Rand weiße Stellen bekommen. Der Plattenrand selbst sollte frei bleiben, damit die Koralle dort weiterwachsen kann.
Quellen
Veron, J. E. N. (2000): Corals of the World · PunkCorals-Praxis. Fachlich geprüft: Oktober 2026.