Acanthastrea echinata ist ein WYSIWYG-Stück – du bekommst genau die Koralle auf dem Foto. Acanthastrea echinata ist eine großpolypige Steinkoralle (LPS): runde Kelche mit fleischigem Gewebe, oft mit andersfarbiger Mundscheibe („Eye“). Unter Blaulicht leuchten viele Stücke in Rot, Grün, Orange oder mehreren Farben zugleich. Sie gilt als wenig anspruchsvoll und passt auch in weniger erfahrene Hände, solange das Licht nicht zu stark ist und die Werte stabil bleiben. Das größte Risiko sind zu viel Licht und direkter Kontakt zu Nachbarn.
Haltung auf einen Blick
| Merkmal |
Angabe |
| Licht |
wenig bis mittel (kein direktes Starklicht) |
| Strömung |
mittel, nicht direkt auf die Polypen |
| Platz im Becken |
untere bis mittlere Zone, mit Abstand zu Nachbarn |
| Temperatur |
24–27 °C |
| Nährstoffe |
nährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l (unsere Praxis) |
| KH / Calcium |
6–8 °dKH / 380–420 mg/l, stabil |
| Fütterung |
nicht nötig, nimmt gern Zooplankton und feines Frostfutter |
| Nesselt |
ja, mäßig – nachts mit ausgestülptem Gewebe, Abstand zu Nachbarn halten |
| Schwierigkeit |
wenig anspruchsvoll, auch für Einsteiger mit stabilem Becken |
Besonderheiten und Wuchs
Acanthastrea wachsen als flache bis halbkugelige, massive Kolonie, die sich vom Rand her langsam ausdehnt. Jeder Kelch trägt einen fleischigen Polypen; tagsüber bläht sich das Gewebe auf und verdeckt das Skelett, nachts entfalten sich die kurzen Tentakel. Die Farbzeichnung aus Kelchwand, Rand und Mundscheibe macht den Reiz aus – mehrfarbige Stücke heißen im Handel „multicolor“, „rainbow“ oder tragen Morphnamen. Wissenschaftlich wurde die Gruppe 2016 neu geordnet: Die beliebte lordhowensis gehört seitdem zur Gattung Micromussa, bowerbanki zu Homophyllia; nur echinata und wenige weitere Arten bleiben bei Acanthastrea. Im Handel bleibt der Name Acanthastrea, deshalb steht er auch bei uns im Titel.
Licht, Strömung und Platzierung
Acanthastrea brauchen wenig bis mittleres Licht – unter zu starkem Licht bleichen die Farben aus und das Gewebe bleibt flach, unter blaulastigem Licht zeigen sie die kräftigsten Farben. Die Strömung sollte mittel und nicht direkt sein: Sie hält die Kolonie frei von Ablagerungen, darf das aufgeblähte Gewebe aber nicht dauerhaft vom Skelett drücken. Ein Platz in der unteren bis mittleren Zone auf festem Untergrund oder auf dem Sand passt gut, mit Abstand zu Nachbarn.
Wasserwerte und Fütterung
Wir halten unsere LPS in nährstoffreicherem Wasser: Nitrat um 5–20 mg/l und Phosphat um 0,05–0,1 mg/l sind in Ordnung, wichtig ist, dass die Werte nicht schwanken. KH und Calcium halten wir stabil bei 6–8 °dKH und 380–420 mg/l – sprunghafte KH-Änderungen sind der häufigste Grund für Gewebeverlust am Kolonierand. Füttern musst du nicht; die Koralle lebt mit ihren Zooxanthellen vom Licht. Abends nimmt sie gern Zooplankton oder feines Frostfutter, wenn du es gezielt auf die geöffneten Polypen gibst.
Vergesellschaftung und Nesselverhalten
Acanthastrea nesseln mäßig, sind aber nicht harmlos: Nachts stülpen sie ihr Gewebe und ihre Verdauungsfäden über den Kolonierand und schädigen Nachbarn in direktem Kontakt. Lass daher ringsum einige Zentimeter frei, besonders zu empfindlichen SPS und Weichkorallen; untereinander sind Acanthastrea-Stücke meist verträglicher, wachsen aber mit der Zeit gegeneinander. Zu stärker nesselnden Gattungen wie Euphyllia oder Galaxea gehört mehr Abstand. Kaiser- und Falterfische sowie manche Lippfische zupfen am Gewebe; Einsiedler und große Schnecken können die Kolonie beim Weiden beschädigen.
Eingewöhnung und Pflege
Nach dem Transport Temperatur angleichen und die Koralle zunächst etwas tiefer oder schattiger setzen als am Zielplatz; nach ein bis zwei Wochen kannst du sie höher stellen. Flach anliegendes Gewebe in den ersten Tagen ist normal. Die Kolonie lässt sich zwischen den Kelchen mit einer Trennscheibe teilen; einzelne Polypen wachsen bei stabilen Werten zu neuen Kolonien heran. Bei Gewebeverlust am Rand zuerst KH, Licht und Strömung prüfen.
Informationen zum angebotenen Tier
Du bekommst genau das Stück auf dem Foto (WYSIWYG). Ein Quadrat der Lichtrasterplatte misst 1,3 × 1,3 cm, damit du die Größe einschätzen kannst. Wir fotografieren unter blaulastiger Beleuchtung mit Orangefilter und achten auf eine möglichst realistische Darstellung – die Farbwiedergabe bei dir hängt von Licht, Wasserwerten und Strömung ab. Aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit siehe oben; Fragen zum Stück beantworten wir gern vorher per WhatsApp oder Telefon.
Versand und Beratung
Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags). Einzelheiten stehen in unseren Versandbedingungen. Ob eine Acanthastrea zu deinem Becken und deinem Besatz passt, besprechen wir gern vorher.
Häufige Fragen
Acanthastrea oder Micromussa – was stimmt?
Beides. Die beliebte „Acanthastrea lordhowensis“ wird seit 2016 wissenschaftlich als Micromussa lordhowensis geführt, Acanthastrea bowerbanki als Homophyllia bowerbanki. Im Handel bleibt der Name Acanthastrea, deshalb steht er auch bei uns im Titel. An Haltung und Verhalten ändert das nichts.
Wie viel Licht braucht eine Acanthastrea?
Wenig bis mittel. Unter zu starkem Licht bleichen die Farben aus und das Gewebe bleibt flach. In der unteren bis mittleren Zone mit blaulastigem Licht zeigt sie ihre Farben am besten.
Muss ich meine Acanthastrea füttern?
Nein. Sie lebt über ihre Zooxanthellen vom Licht. Abends, wenn die Polypen offen sind, nimmt sie Zooplankton oder feines Frostfutter gern an und wächst damit etwas schneller.
Wie viel Abstand braucht eine Acanthastrea?
Nachts stülpt sie ihr Gewebe und ihre Verdauungsfäden über den Kolonierand und kann Nachbarn in direktem Kontakt schädigen. Lass einige Zentimeter frei; zu stärker nesselnden Korallen wie Euphyllia gehört mehr Abstand.
Quellen
Veron, J. E. N. (2000): Corals of the World · Arrigoni, R. et al. (2016): When forms meet genes: revision of the scleractinian genera Micromussa and Homophyllia (Lobophylliidae). Contributions to Zoology 85: 387–422 · PunkCorals-Praxis. Fachlich geprüft: Oktober 2026.