Rhodactis

Rhodactis - Scheibenanemone

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Scheibenanemone Rhodactis sp. ist ein WYSIWYG-Stück – du bekommst genau die Koralle auf dem Foto. Die Art ist nicht bestimmt (Rhodactis sp.), wie bei Scheibenanemonen im Handel üblich. Rhodactis sind Scheibenanemonen (Corallimorpharia): flache, fleischige Scheiben ohne Skelett, deren Oberfläche mit kurzen, oft verzweigten Tentakeln besetzt ist. Sie brauchen mittleres bis wenig Licht und gleichmäßige, schwache Strömung und vermehren sich durch Teilung. Das größte Risiko sind zu viel Licht und direkte Strömung – und für die Nachbarn der Platz, den eine wachsende Kolonie mit der Zeit einnimmt.

Haltung auf einen Blick

Merkmal Angabe
Licht mittel bis wenig (in unserer Praxis; kein direktes Starklicht)
Strömung gleichmäßig und wenig, nicht direkt auf die Scheibe
Platz im Becken untere bis mittlere Zone, auf eigenem Stein mit Platz zum Ausbreiten
Temperatur 24–27 °C
Nährstoffe nährstoffreich: Nitrat ca. 5–20 mg/l, Phosphat 0,05–0,1 mg/l (unsere Praxis)
KH / Calcium 6–8 °dKH / 380–420 mg/l, stabil
Fütterung nicht nötig, lebt über die Zooxanthellen vom Licht
Nesselt schwach – verdrängt Nachbarn eher durch Teilung und Überwachsen
Schwierigkeit mittel (in unserer Einstufung; gilt allgemein als pflegeleicht)

Besonderheiten und Wuchs

Rhodactis gehören zu den Scheibenanemonen und stehen zwischen Anemonen und Steinkorallen: Sie haben die Mundscheibe und den Fuß einer Anemone, bilden aber kein Skelett. Die Oberfläche der Scheibe ist mit kurzen Tentakeln besetzt, die bei Rhodactis oft gegabelt oder büschelig sind und der Scheibe eine samtige bis pelzige Struktur geben; Mundscheibe, Tentakel und Rand sind häufig unterschiedlich gefärbt. Die Scheiben vermehren sich durch Teilung und über Gewebereste am Fuß, sodass aus einer Scheibe über Monate eine Gruppe wird, die den Stein überzieht. Scheibenanemonen können sich mit dem Fuß langsam versetzen, wenn ihnen der Platz nicht passt.

Licht, Strömung und Platzierung

Rhodactis stehen in unserer Praxis unter mittlerem bis wenig Licht am besten: Unter zu starkem Licht ziehen sich die Scheiben zusammen oder bleichen aus, unter wenig Licht strecken sie sich und werden größer. Die Strömung sollte gleichmäßig und schwach sein und nicht direkt auf die Scheibe treffen, sonst bleibt sie zusammengezogen oder löst sich und treibt davon. Ein Platz in der unteren bis mittleren Zone auf einem eigenen Stein passt gut – mit Raum nach außen, weil die Gruppe mit der Zeit wächst.

Wasserwerte und Fütterung

Wir halten Scheibenanemonen in nährstoffreicherem Wasser: Nitrat um 5–20 mg/l und Phosphat um 0,05–0,1 mg/l sind in Ordnung; in sehr sauberem Wasser bleiben Rhodactis oft klein und blass. KH und Calcium halten wir stabil bei 6–8 °dKH und 380–420 mg/l; da Rhodactis kein Skelett bauen, sind sie dabei weniger empfindlich als Steinkorallen, Sprünge mögen sie trotzdem nicht. Füttern musst du nicht – die Scheibe lebt mit ihren Zooxanthellen vom Licht. Größere Scheiben können sich um Futterpartikel schließen, die auf sie fallen.

Vergesellschaftung und Nesselverhalten

Rhodactis nesseln nur schwach und sind gegenüber Kehrtentakeln von LPS wie Euphyllia oder Favia eher die Leidtragenden. Gefährlich für die Nachbarn sind sie durch ihre Ausbreitung: Eine wachsende Gruppe legt sich über die Basis benachbarter Korallen und überwächst sie. Setze sie deshalb auf einen eigenen Stein und halte Abstand zu Korallen, die nicht überwachsen werden sollen; untereinander und mit anderen Scheibenanemonen sind sie verträglich. Kaiser- und Falterfische sowie manche Lippfische zupfen an den Scheiben; Einsiedler und große Schnecken können sie beim Weiden vom Stein lösen.

Eingewöhnung und Pflege

Nach dem Transport Temperatur angleichen und die Scheibe zunächst schattig und strömungsarm setzen; nach ein bis zwei Wochen kannst du sie an den Zielplatz stellen. Zusammengezogene oder kleine Scheiben in den ersten Tagen sind normal. Löst sich eine Scheibe vom Stein, lege sie in einen kleinen Behälter mit Gestein und wenig Strömung, bis sie sich wieder festgesetzt hat. Ableger entstehen von selbst durch Teilung; eine Scheibe lässt sich auch mit einem scharfen Skalpell durch die Mundscheibe halbieren, beide Hälften wachsen bei stabilen Werten wieder zu.

Informationen zum angebotenen Tier

Du bekommst genau das Stück auf dem Foto (WYSIWYG). Ein Quadrat der Lichtrasterplatte misst 1,3 × 1,3 cm, damit du die Größe einschätzen kannst. Wir fotografieren unter blaulastiger Beleuchtung mit Orangefilter und achten auf eine möglichst realistische Darstellung – die Farbwiedergabe bei dir hängt von Licht, Wasserwerten und Strömung ab. Aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit siehe oben; Fragen zum Stück beantworten wir gern vorher per WhatsApp oder Telefon.

Versand und Beratung

Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags). Einzelheiten stehen in unseren Versandbedingungen. Ob eine Rhodactis zu deinem Becken und deinem Besatz passt, besprechen wir gern vorher.

Häufige Fragen

Wie vermehren sich Rhodactis?

Durch Teilung: Eine Scheibe schnürt sich in der Mitte ab oder lässt am Fuß ein Gewebestück zurück, aus dem eine neue Scheibe wächst. Bei guten Bedingungen entsteht so über Monate ein Teppich aus Scheibenanemonen, der den Stein überzieht.

Können Scheibenanemonen andere Korallen schädigen?

Ja, aber nicht durch Kehrtentakel wie LPS, sondern durch Überwachsen: Rhodactis breiten sich über Teilung aus und legen sich über die Basis benachbarter Korallen. Setze sie auf einen eigenen Stein mit Abstand zu Korallen, die nicht überwachsen werden sollen.

Wie viel Licht braucht eine Rhodactis?

Mittel bis wenig. Unter zu starkem Licht ziehen sich die Scheiben zusammen oder bleichen aus; ein Platz in der unteren bis mittleren Zone passt. Gewöhne neue Stücke langsam an mehr Licht.

Muss ich meine Rhodactis füttern?

Nein. Sie lebt mit ihren Zooxanthellen vom Licht. Größere Scheiben können sich um Futterpartikel schließen, die auf sie fallen; nötig ist das nicht, und in nährstoffreicherem Wasser wachsen sie ohnehin gut.

Quellen

Veron, J. E. N. (2000): Corals of the World (Systematik Corallimorpharia) · PunkCorals-Praxis. Fachlich geprüft: Oktober 2026.

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