Labroides dimidiatus Gemeiner Putzerfisch
Labroides dimidiatus Gemeiner Putzerfisch

Labroides dimidiatus - Gemeiner Putzerfisch

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Der Gemeine Putzerfisch, auch Echter Putzerlippfisch genannt, betreibt in der Natur feste Putzerstationen und entfernt dort Parasiten und Schleim von anderen Fischen. Im Aquarium ist er ein anspruchsvoller Nahrungsspezialist: Die Putzarbeit reicht als Ernährung nicht aus, er muss zuverlässig Ersatzfutter annehmen. Geeignet nur für große, gut besetzte Fischaquarien – und für Halter, die mehrmals täglich füttern.

PunkCorals-Hinweis: Putzerfische verhungern im Aquarium häufig, in unserer Praxis besonders in Einzelhaltung. Wir empfehlen Paar- oder Gruppenhaltung und achten darauf, dass das Tier gleich nach dem Einsetzen Ersatzfutter annimmt. Ein Putzerfisch ersetzt keine Quarantäne und keine Behandlung kranker Fische.

Haltungsprofil

Herkunft

  • Herkunft: Rotes Meer, Persischer Golf, Ostafrika, Indischer Ozean, Pazifik bis Marquesas, Südjapan und Lord-Howe-Insel
  • Herkunftsart: Wildfang

Haltung & Aquarienanforderungen

  • Endgröße: 14 cm
  • Empfohlene Aquariengröße: 500 l
  • Empfohlene Aquarienlänge: 150 cm
  • Schwimmaktivität: hoch
  • Temperatur: 24–27 °C
  • Salinität: 1,022–1,025
  • Habitat: an festen Putzerstationen in Lagunen und an Außenriffen
  • Tiefenbereich: 1–30 m

Verhalten & Vergesellschaftung

  • Aggressivität: gering
  • Innerartliche Haltung: Paarhaltung möglich und Gruppenhaltung möglich
  • Gruppenhaltung: vorzugsweise Paar oder kleine Gruppe im großen Becken
  • Vergesellschaftung: Friedlich. Braucht ein gut besetztes Fischaquarium; Korallen und Wirbellose in der Regel unproblematisch, Mitbewohner in kleinen Becken werden durch zu häufiges Putzen gestresst. Nicht mit dem Falschen Putzerfisch verwechseln.
  • Aggressionsauslöser: Selbst friedlich; Stress durch sehr aggressive Mitbewohner und Futterkonkurrenz.

Ernährung

  • Natürliche Ernährungsstrategie: Hautparasiten und Schleim anderer Fische
  • Fütterung im Aquarium: Mysis, Artemia, Copepoden und mehrmals täglich kleine Portionen

Eingewöhnung & Gesundheit

  • Eingewöhnung: transportempfindlich; muss Ersatzfutter annehmen

Recht & Artenschutz

  • Rechtsstatus Deutschland: frei

Besonderheiten und Verhalten

Labroides dimidiatus lebt an festen Putzerstationen in Lagunen und an Außenriffen, die von anderen Fischen gezielt aufgesucht werden. Dort nimmt er kleine Krebstier-Parasiten und Fischschleim auf – in Feldstudien über 1.000 Parasiten pro Tag und Fisch (Grutter 1996). Das Putzverhalten zeigt er auch im Aquarium, es ist aber eine Beobachtung, keine Gesundheitsvorsorge: Weißpünktchen und andere Erkrankungen bekämpft er nicht.

Ernährung im Aquarium

Im Aquarium gibt es viel zu wenige Parasiten, um einen Putzerfisch zu ernähren. Entscheidend ist deshalb, dass er Ersatzfutter frisst: mehrmals täglich kleine Portionen feines Frostfutter wie Mysis, Artemia und Copepoden. In unserer Praxis sind Putzerfische eigentlich gute Fresser – wenn sie einmal ans Ersatzfutter gehen; gut eingewöhnte Tiere nehmen oft auch feines Granulat. Ein Tier, das trotz sichtbarer Putzaktivität kein Futter annimmt, verhungert langsam.

Sozialverhalten und Vergesellschaftung

Gegenüber anderen Fischen ist der Putzerfisch friedlich. In kleinen, schwach besetzten Aquarien putzt er die wenigen Mitbewohner jedoch oft zu häufig und stresst sie – er braucht ein gut besetztes Fischaquarium. An den Putzerstationen leben Paare, Jungtiergruppen oder ein Männchen mit mehreren Weibchen. Putzerfische leben gern paarweise oder in Gruppen; das Verhungern beobachten wir besonders häufig bei Einzelhaltung. Wir empfehlen deshalb ein Paar oder eine kleine Gruppe in einem großen Becken; mehrere dominante Männchen vertragen sich nicht. Sehr aggressive Mitbewohner und starke Futterkonkurrenz erschweren die Eingewöhnung.

Aquarium und Einrichtung

Ab etwa 500 Liter und 150 cm Länge mit freiem Schwimmraum und einem strukturierten Riffaufbau. Zum Schlafen zieht er sich in Spalten im Gestein zurück, ein Sandbett braucht er nicht. Wie alle Lippfische springt er gut – das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein, auch an Kabel- und Rohrdurchführungen.

Eingewöhnung und Gesundheit

Lippfische sind sehr transportempfindlich. Nach dem Einsetzen braucht der Putzerfisch Ruhe, Verstecke und sofort Futter. Beim Kauf auf Verwechslung achten: Der Falsche Putzerfisch (Aspidontus taeniatus) ist ein Schleimfisch, sieht fast gleich aus, beißt anderen Fischen aber Haut- und Flossenstücke ab. Unterscheidungsmerkmal laut FishBase: Beim echten Putzerfisch sitzt das Maul endständig, beim Falschen Putzerfisch unterhalb der Schnauze.

Riffverträglichkeit

Korallen, Garnelen und andere Wirbellose lässt er in der Regel in Ruhe. Andere Fische können in kleinen oder schwach besetzten Aquarien durch zu häufige Putzversuche gestresst werden.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Rotes Meer, Persischer Golf, Ostafrika, Indischer Ozean, Pazifik bis zu den Marquesas, Südjapan und Lord-Howe-Insel; Lagunen und Außenriffe in 1–30 m Tiefe (FishBase). Unsere Tiere sind Wildfänge.

Informationen zum angebotenen Tier

Das Foto ist ein Beispielbild der Art. Alle Fische durchlaufen bei uns mindestens 14 Tage Quarantäne bzw. bleiben so lange, bis sie sichtbar gut genährt sind. Nach unserer Eingewöhnung fressen unsere Tiere in der Regel Flocken- und Granulatfutter – der Putzerfisch ist aber ein Nahrungsspezialist, bei ihm zählt, dass er feines Frostfutter zuverlässig annimmt. Liefergröße, aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit siehe oben; Fragen zum konkreten Tier beantworten wir gern vorher per WhatsApp oder Telefon.

Versand und Beratung

Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags). Einzelheiten stehen in unseren Versandbedingungen. Ob ein Putzerfisch zu deinem Besatz passt, besprechen wir gern vorher.

Häufige Fragen

Ist der Putzerfisch für Anfänger geeignet?

Nein. Trotz seines friedlichen Wesens gilt er als anspruchsvoll, weil er im Aquarium zuverlässig Ersatzfutter annehmen muss und ein großes, gut besetztes Becken braucht.

Bekämpft der Putzerfisch die Weißpünktchenkrankheit?

Nein. Er nimmt einzelne äußere Parasiten und Hautbestandteile auf, ersetzt aber weder Quarantäne noch Diagnose oder Behandlung.

Braucht Labroides dimidiatus ein Sandbett?

Nein, er schläft in Spalten und Höhlen im Gestein. Wichtiger ist eine lückenlose Abdeckung.

Kann man den Putzerfisch einzeln halten?

Möglich, aber in unserer Praxis verhungern einzeln gehaltene Tiere besonders häufig. Ein Paar oder eine kleine Gruppe im großen, gut besetzten Aquarium ist die bessere Wahl.

Ist er korallensicher?

Korallen und Wirbellose lässt er in der Regel in Ruhe; nur andere Fische können bei zu häufigem Putzen gestresst werden.

Quellen

FishBase (Froese & Pauly): Labroides dimidiatus, Aspidontus taeniatus · Grutter, A. S. (1996): Parasite removal rates by the cleaner wrasse Labroides dimidiatus. Marine Ecology Progress Series 130: 61–70 · Grutter, A. S. & Bshary, R. (2003): Cleaner wrasse prefer client mucus. Proceedings of the Royal Society B 270 (Suppl.): S242–S244 · PunkCorals-Praxis. Fachlich geprüft: Oktober 2026.

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