Putzerlippfische – faszinierend, aber nur paarweise und mit Ersatzfutter

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    Was Putzerlippfische ausmacht

    Putzerlippfische der Gattung Labroides betreiben im Riff feste „Putzerstationen“: Andere Fische kommen vorbei und lassen sich Hautparasiten und Schleim absammeln. Diese Lebensweise macht sie zu faszinierenden Fischen – und im Aquarium zu einer Herausforderung. Wir bieten sie weiter an, sagen aber klar: Sie gehören nur in erfahrene Hände.

    Wichtig: Putzerfische verhungern im Aquarium häufig, besonders in Einzelhaltung. Entscheidend ist, dass sie Ersatzfutter annehmen.

    Händleraussage · Praxis · Wissenschaft

    Oft zu lesenUnsere PraxisWissenschaft
    „Putzerfische halten das Aquarium parasitenfrei“Von der Putzarbeit allein kann sich ein Putzerfisch im Aquarium nicht ernähren – dafür gibt es dort viel zu wenige Parasiten. Er braucht Ersatzfutter. Eine Quarantäne neuer Fische ersetzt er nicht.In der Natur frisst ein einzelner Gemeiner Putzerfisch über 1000 Hautparasiten am Tag (Grutter 1996), dazu Schleim seiner „Kunden“ (FishBase). Diese Menge gibt kein Aquarium her.
    „Putzerfische verhungern im Aquarium immer“Nicht zwangsläufig. In unserer Praxis sind Putzerfische eigentlich gute Fresser, wenn sie ans Ersatzfutter gehen. Das Verhungern beobachten wir besonders häufig bei Einzelhaltung.Zur Haltbarkeit im Aquarium gibt es kaum belastbare Studien. Sicher ist nur: Ihre natürliche Nahrung – Parasiten und Fischschleim – lässt sich im Aquarium nicht bieten.
    „Ein Putzerfisch reicht – einzeln halten“Nein. Putzerfische leben nach unserer Erfahrung gern paarweise oder in Gruppen. Wir empfehlen Paar- oder Gruppenhaltung in einem großen, gut besetzten Fischaquarium.In der Natur besetzen Paare, Gruppen von Jungtieren oder ein Männchen mit mehreren Weibchen die Putzerstationen (FishBase).
    „Der Keilschwanz-Putzerfisch ist ein Putzer wie Labroides“Nur als Jungtier. Erwachsene Tiere sind Korallenfresser und gehören nicht ins Riffaquarium.Laut FishBase putzen nur Jungtiere; erwachsene Labropsis xanthonota fressen Korallenpolypen.
    „Putzerfisch gekauft – aber er beißt die anderen Fische“Dann ist es vermutlich der Falsche Putzerfisch (Aspidontus taeniatus), ein Schleimfisch, der den Putzerfisch nachahmt. Er beißt Haut- und Flossenstücke ab.Die Nachahmung ist ein klassisches Beispiel für Mimikry bei Rifffischen.

    Arten im Vergleich

    ArtEndgrößeAquariumRiffaquariumBesonderheit
    Gemeiner Putzerfisch
    Labroides dimidiatus
    14 cmab 500 ljaklassischer Putzerfisch, feste Putzerstation
    Zweifarben-Putzerlippfisch
    Labroides bicolor
    15 cmab 500 ljasehr schwimmfreudig, Erwachsene ziehen weit umher
    Keilschwanz-Putzerfisch
    Labropsis xanthonota
    13 cmab 400 lneinnur Jungtiere putzen – Erwachsene fressen Korallenpolypen

    Haltung im Aquarium

    • Paarweise oder in der Gruppe halten – nicht einzeln.
    • Großes, gut besetztes Fischaquarium ab 500 Liter; in kleinen, schwach besetzten Aquarien putzen sie die wenigen Mitbewohner zu oft und stressen sie.
    • Spalten im Gestein als Schlafplatz.
    • Lückenlose Abdeckung – Lippfische springen gut und sind transportempfindlich.
    • Wasser: 24–27 °C, Dichte 1,022–1,025.

    Fütterung

    Mehrmals täglich kleine Portionen feines Frostfutter wie Mysis, Artemia und Copepoden. Achten Sie darauf, dass der Fisch gleich nach dem Einsetzen Ersatzfutter annimmt – das ist der entscheidende Punkt.

    Vergesellschaftung

    Labroides-Arten sind friedlich und lassen Korallen und Garnelen in Ruhe. Sie passen zu ruhigen bis mittelgroßen Fischen; sehr aggressive Mitbewohner und starke Futterkonkurrenz sind ungünstig. Der Keilschwanz-Putzerfisch (Labropsis) ist als erwachsenes Tier ein Korallenfresser und nur für Fischaquarien ohne Korallen geeignet.

    Quellen: FishBase (Froese & Pauly); Grutter, A. S. (1996): Parasite removal rates by the cleaner wrasse Labroides dimidiatus. Marine Ecology Progress Series 130: 61–70; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.

    Häufige Fragen zu Putzerlippfischen

    Die wichtigsten Antworten aus unserer Praxis – ehrlich und mit Quellen geprüft.

    Weil sie sich im Aquarium nicht von der Putzarbeit ernähren können – dafür gibt es dort viel zu wenige Parasiten. Entscheidend ist, dass sie Ersatzfutter annehmen. Das Verhungern beobachten wir besonders häufig bei Einzelhaltung.

    Paarweise oder in der Gruppe. Putzerfische leben nach unserer Erfahrung gern zusammen, und in Einzelhaltung verhungern sie besonders häufig. Auch in der Natur leben sie häufig als Paar oder in kleinen Gruppen.

    Mehrmals täglich kleine Portionen feines Frostfutter wie Mysis, Artemia und Copepoden. Achten Sie darauf, dass der Fisch gleich nach dem Einsetzen frisst.

    Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Ein Putzerfisch ersetzt weder die Quarantäne neuer Fische noch eine Behandlung und braucht selbst Ersatzfutter, um zu überleben.

    Nein. Nur Jungtiere putzen andere Fische; erwachsene Tiere fressen Korallenpolypen. Er eignet sich nur für Fischaquarien ohne Korallen.

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