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Große Lippfische – Borstenwurmjäger und Dauerschwimmer für große Aquarien
Was große Lippfische ausmacht
Zu den großen Lippfischen zählen wir die Mondsichel- und Thalassoma-Lippfische, Schnabellippfische (Gomphosus), Coris-, Hecht- und Bäumchen-Lippfische, den Harlekin-Lippfisch (Choerodon) und den Kreolen-Lippfisch. Dazu kommt der Papageifisch, ein enger Verwandter der Lippfische. Gemeinsam ist ihnen: Sie sind farbenprächtig, robust, aktive Dauerschwimmer – und brauchen viel Platz.
Händleraussage · Praxis · Wissenschaft
| Oft zu lesen | Unsere Praxis | Wissenschaft |
|---|---|---|
| „Riffsicher – frisst Borstenwürmer“ | Halb richtig. Thalassoma-Arten und die anderen großen Lippfische sind in unserer Praxis wunderbare Borstenwurmfresser. Sie vergreifen sich aber auch immer wieder an Putzergarnelen; kleine Garnelen, Schnecken und Krebse sind nicht sicher. Korallen lassen sie in Ruhe. | In der Natur fressen Thalassoma-, Coris- und Gomphosus-Arten vor allem bodenlebende Wirbellose wie Krebstiere, Würmer, Schnecken und Schlangensterne (FishBase). |
| „Für Aquarien ab 400 Liter“ | Für die meisten Arten zu klein. Große Lippfische sind ausdauernde Schwimmer: Wir empfehlen ab 600 Liter, Schnabellippfische (Gomphosus) sogar über 1000 Liter, die ganz großen Arten wie Coris gaimard oder der Papageifisch noch mehr. | Endgrößen laut FishBase: Thalassoma lunare bis 45 cm, Coris gaimard bis 40 cm, Hologymnosus doliatus bis 50 cm, Gomphosus varius bis 30 cm. |
| „Papageifische zerstören Korallen“ | Im Aquarium deutlich weniger als in der Natur – viele Papageifische machen bei uns gar keinen Schaden an Korallen. Sie sind ruhig, ausdauernde gute Fresser und auch als Harem zu halten. Aber: Wirbellose knacken sie regelrecht auf, auch Seeigel sind nicht sicher. | In der Natur weiden Papageifische Algenbeläge von Fels und totem Korallenkalk ab (FishBase). Nachts hüllen sie sich in einen Schleimkokon, der sie vor Parasiten schützt (Grutter et al. 2011). |
| „Hechtlippfisch – friedlicher Lippfisch“ | Nein. Der Weißbauch-Hechtlippfisch ist ein Fischjäger und frisst kleine Fische. Nur mit Mitbewohnern halten, die er nicht verschlucken kann. | Laut FishBase besteht seine Nahrung zu einem großen Teil aus Fischen, daneben aus Krebstieren. |
Arten im Vergleich
| Art | Endgröße | Aquarium | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Zweipunkt-Schweinslippfisch Bodianus bimaculatus | 8 cm | ab 400 l | klein, Tiefwasserart |
| Zweifarben-Lippfisch Thalassoma amblycephalum | 16 cm | ab 600 l | kleinste Thalassoma-Art |
| Hardwicks Lippfisch Thalassoma hardwicke | 20 cm | ab 600 l | frisst Borstenwürmer, Dauerschwimmer |
| Harlekin-Lippfisch Choerodon fasciatus | 30 cm | ab 1000 l | Nachzucht, futterfest |
| Bäumchen-Lippfisch Novaculichthys taeniourus | 30 cm | ab 1000 l | gräbt sich ein, dreht Steine um |
| Mondsichel-Lippfisch Thalassoma lunare | 45 cm | ab 1000 l | frisst Borstenwürmer, robust, ruppig |
| Langnasen-Lippfisch Gomphosus varius | 30 cm | ab 1200 l | Schnabellippfisch, Dauerschwimmer, frisst Borstenwürmer |
| Kreolen-Lippfisch Clepticus parrae | 30 cm | ab 1500 l | Planktonfresser, Gruppenhaltung |
| Gaimards Lippfisch Coris gaimard | 40 cm | ab 1500 l | gräbt sich nachts ein, wendet Steine |
| Quoys Papageifisch Scarus quoyi | 40 cm | ab 1500 l | ruhig, Haremhaltung, knackt Wirbellose |
| Weißbauch-Hechtlippfisch Hologymnosus doliatus | 50 cm | ab 1500 l | Fischjäger – frisst kleine Fische |
Haltung im Aquarium
- Viel freier Schwimmraum: ab 600 Liter, Schnabellippfische über 1000 Liter, sehr große Arten ab 1500 Liter.
- Coris-, Hecht- und Bäumchen-Lippfische graben sich nachts ein – sie brauchen ein Sandbett. Thalassoma, Gomphosus und der Papageifisch schlafen dagegen im Gestein.
- Gestein stabil aufbauen: Bäumchen- und Coris-Lippfische drehen Steine um.
- Lückenlose Abdeckung – Lippfische springen gut.
- Lippfische sind transportempfindlich; nach dem Einsetzen Ruhe und Verstecke bieten.
- Wasser: 24–27 °C, Dichte 1,022–1,025.
Fütterung
Mehrmals täglich Frostfutter wie Mysis, Krill und Muschelfleisch sowie Granulat. Der Kreolen-Lippfisch ist Planktonfresser und braucht häufige kleine Portionen. Der Papageifisch frisst zusätzlich Algen und pflanzliches Futter.
Vergesellschaftung
Gut mit anderen robusten, ähnlich großen Fischen wie Doktorfischen, Kaiserfischen oder Drückern. Nicht geeignet sind Garnelen, kleine Krebse, Schnecken und – beim Papageifisch – Seeigel und andere Wirbellose. Mit dem Hechtlippfisch keine kleinen Fische.
Quellen: FishBase (Froese & Pauly); Grutter, A. S., Rumney, J. G., Sinclair-Taylor, T., Waldie, P. & Franklin, C. E. (2011): Fish mucous cocoons: the 'mosquito nets' of the sea. Biology Letters 7: 292–294, doi:10.1098/rsbl.2010.0916; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen zu großen Lippfischen
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