Versteck-Lippfische – vom aggressiven Sechsstreifen bis zum sanften Höhlen-Lippfisch

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    Was Versteck-Lippfische ausmacht

    Zu den Versteck-Lippfischen zählen wir kleine Lippfische, die versteckt zwischen Gestein und Korallen leben: die Gattung Pseudocheilinus (Sechsstreifen-, Achtlinien- und Streifen-Zwerglippfisch), die Höhlen-Lippfische der Gattung Wetmorella und den rosa gestreiften Zwerglippfisch (Pseudocheilinops). So ähnlich sie sich in Größe und Lebensweise sind – im Verhalten liegen Welten dazwischen.

    Händleraussage · Praxis · Wissenschaft

    Oft zu lesenUnsere PraxisWissenschaft
    „Klein – passt ins kleine Riffaquarium“Nicht bei allen. Sechsstreifen-, Achtlinien- und Streifen-Zwerglippfisch sind echte „Kleinfische für Großaquarien“: wunderschön, aber sehr aggressiv – gegenüber Artgenossen, anderen Lippfischen und sogar größeren Fischen. Wir empfehlen ein Aquarium ab 500 Liter, und sie sollten immer als letzte Fische eingesetzt werden. Höhlen-Lippfische (Wetmorella) und der rosa gestreifte Zwerglippfisch passen dagegen auch in kleinere Aquarien.In der Natur leben Pseudocheilinus-Arten versteckt und meist einzeln oder in lockeren Gruppen zwischen Korallen (FishBase). Zu ihrem Verhalten im Aquarium gibt es keine Studien.
    „Gräbt sich nachts im Sand ein“Nein. Diese Lippfische schlafen in Spalten und Höhlen im Gestein, nicht im Sand. Ein gut gegliederter Riffaufbau ist wichtiger als ein Sandbett.FishBase beschreibt alle Arten als Bewohner von Höhlen, Spalten und Korallenästen.
    „Sechsstreifen-Lippfisch frisst Planarien“Ja, in unserer Praxis frisst er Strudelwürmer (Planarien) von Korallen.Das ist für ihn auch wissenschaftlich untersucht: Im Labor fraß er alle erwachsenen Acropora-Plattwürmer (Prosthiostomum acroporae), die Eigelege aber nicht (Barton et al. 2020). Ein befallenes Aquarium wird er also nicht allein sanieren.
    „Höhlen-Lippfische sind schwierig“Sie fressen gut, sind aber extrem langsame Schwimmer und werden von schnellen Fischen leicht vom Futter verdrängt. Nur mit ruhigen Mitbewohnern halten.Sehr versteckt lebende Arten, oft in tieferem Wasser (FishBase).

    Arten im Vergleich

    ArtEndgrößeAquariumVerhaltenBesonderheit
    Streifen-Zwerglippfisch
    Pseudocheilinus evanidus
    9 cmab 500 lsehr aggressiv – zuletzt einsetzenlebt eher tief
    Sechsstreifen-Lippfisch
    Pseudocheilinus hexataenia
    10 cmab 500 lsehr aggressiv – zuletzt einsetzenfrisst Planarien (Praxis und Studie)
    Achtlinien-Zwerglippfisch
    Pseudocheilinus octotaenia
    14 cmab 500 lsehr aggressiv – zuletzt einsetzengrößte Art der Gattung
    Weißbinden-Höhlenlippfisch
    Wetmorella albofasciata
    6 cmab 100 lfriedlichTiefwasser, sehr versteckt
    Rosa gestreifter Zwerglippfisch
    Pseudocheilinops ataenia
    6,5 cmab 80 lfriedlichfriedlich, sehr klein
    Höhlen-Lippfisch
    Wetmorella nigropinnata
    8 cmab 100 lfriedlichextrem langsamer Schwimmer

    Haltung im Aquarium

    • Gut gegliederter Riffaufbau mit vielen Spalten und Höhlen – hier schlafen und verstecken sich die Tiere.
    • Pseudocheilinus-Arten (Sechsstreifen, Achtlinien, Streifen): ab 500 Liter, einzeln halten und immer als letzten Fisch einsetzen.
    • Höhlen-Lippfische und rosa gestreifter Zwerglippfisch: auch für kleinere Aquarien, nur mit ruhigen Fischen.
    • Lückenlose Abdeckung – Lippfische springen gut.
    • Wasser: 24–27 °C, Dichte 1,022–1,025.

    Fütterung

    Mehrmals täglich Frostfutter wie Mysis, Artemia und Copepoden sowie feines Granulat. Bei den langsamen Höhlen-Lippfischen darauf achten, dass das Futter auch bei ihnen ankommt.

    Vergesellschaftung

    Pseudocheilinus: nur mit robusten Fischen, keine anderen kleinen Lippfische, keine scheuen Arten – und immer als letzten Fisch einsetzen.
    Wetmorella und Pseudocheilinops: nur mit ruhigen, langsamen Fischen wie Grundeln, Kardinalbarschen oder kleinen Zwerglippfischen. Ungeeignet sind schnelle, gierige Fresser und aggressive Arten wie Pseudocheilinus oder Zwergbarsche.

    Quellen: FishBase (Froese & Pauly); Barton, J. A., Humphrey, C., Bourne, D. G. & Hutson, K. S. (2020): Biological controls to manage Acropora-eating flatworms in coral aquaculture. Aquaculture Environment Interactions 12: 61–66, doi:10.3354/aei00347; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.

    Häufige Fragen zu Versteck-Lippfischen

    Die wichtigsten Antworten aus unserer Praxis – ehrlich und mit Quellen geprüft.

    Weil er trotz seiner geringen Größe sehr aggressiv ist – gegenüber Artgenossen, anderen Lippfischen und sogar größeren Fischen. Wer zuerst im Aquarium ist, beansprucht das Revier. Setzen Sie ihn deshalb immer als letzten Fisch ein; wir empfehlen ein Aquarium ab 500 Litern. Das gilt auch für Achtlinien- und Streifen-Zwerglippfisch.

    In unserer Praxis ja. Für ihn ist es auch wissenschaftlich belegt: Im Labor fraß er alle erwachsenen Acropora-Plattwürmer, die Eigelege aber nicht (Barton et al. 2020). Einen Befall allein beseitigen kann er deshalb nicht.

    Nein. Sie schlafen in Spalten und Höhlen im Gestein. Wichtiger ist ein gut gegliederter Riffaufbau mit vielen Verstecken.

    Aus dieser Gruppe die Höhlen-Lippfische (Wetmorella) und der rosa gestreifte Zwerglippfisch. Sie bleiben klein; die Höhlen-Lippfische schwimmen zudem extrem langsam. Beide brauchen ruhige Mitbewohner, damit sie genug Futter abbekommen. Sechsstreifen- und Achtlinien-Zwerglippfisch sind trotz geringer Größe nichts für kleine Aquarien.

    Ja, Korallen lassen alle Arten in Ruhe. Sehr kleine Garnelen können gefressen werden.

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