Perllippfische & Leopardjunker – seltene Traumfische für erfahrene Aquarianer

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    Was Perllippfische und Leopardjunker ausmacht

    Perllippfische (Gattung Anampses) und Leopardjunker (Gattung Macropharyngodon) sind optisch wahnsinnig schöne Lippfische – echte Traumfische, aber sehr selten zu bekommen. Sie sind ruhig und ausgeglichen, suchen tagsüber den Boden nach kleinen Wirbellosen ab und graben sich nachts im Sand ein. Gleichzeitig gehören sie zu den empfindlichsten Lippfischen: Transport, Stress und Futterumstellung setzen ihnen stark zu.

    Händleraussage · Praxis · Wissenschaft

    Oft zu lesenUnsere PraxisWissenschaft
    „Einmal eingelebt robust und leicht zu pflegen“Nur bedingt. Perllippfische und Leopardjunker sind ruhige, ausgeglichene Fische, aber besonders empfindlich gegenüber Transport, Stress und Futter. Nach dem Import brauchen sie oft rund vier Wochen, bis sie gut fressen und sich erholt haben. Nur gut eingewöhnte Tiere kaufen, die sicher fressen.Dazu gibt es keine Studien. In der Natur fressen sie über den Tag verteilt kleine Wirbellose vom Boden (FishBase) – ein Grund, warum ein eingefahrenes Aquarium mit Mikrofauna so wichtig ist.
    „Leopardjunker fressen Planarien“In unserer Praxis fressen Leopardjunker (Macropharyngodon) immer wieder Strudelwürmer (Planarien) von Korallen.Für Leopardjunker nicht untersucht. Die einzige uns bekannte Studie betrifft den Sechsstreifen-Lippfisch: Er fraß im Labor alle erwachsenen Acropora-Plattwürmer, die Eigelege aber nicht (Barton et al. 2020).
    „Hilft gegen Borstenwürmer“Nicht gezielt. Aquarien mit Lippfischen haben nach unserer Erfahrung aber deutlich weniger Borstenwürmer – welche Art sie frisst, lässt sich nicht sagen.Für den Blautüpfel-Junker sind Vielborster als Nahrung belegt (FishBase). Studien zur Kontrolle im Aquarium gibt es nicht.
    „Bleibt klein“Die meisten Arten werden 12 bis 18 cm groß. Der Gelbschwanz-Perllippfisch erreicht 22 cm, der Blautüpfel-Junker sogar 42 cm – er gehört nur in sehr große Aquarien.Endgrößen laut FishBase: 11,5 bis 42 cm.

    Arten im Vergleich

    Zuerst die Leopardjunker, dann die Perllippfische, jeweils nach Größe sortiert. Alle Arten lassen Korallen in Ruhe.

    ArtEndgrößeAquariumPlanarienBesonderheit
    Schwarzer Leoparden-Junker
    Macropharyngodon negrosensis
    12 cmab 400 lja (Praxis)dunkel mit gelben Punkten
    Leoparden-Junker
    Macropharyngodon bipartitus
    13 cmab 600 lja (Praxis)westlicher Indischer Ozean
    Leopardjunker
    Macropharyngodon ornatus
    13 cmab 600 lja (Praxis)Weibchen vorn rötlich
    Leoparden-Junker
    Macropharyngodon meleagris
    15 cmab 600 lja (Praxis)klassisches Leopardmuster
    Weißpunkt-Perllippfisch
    Anampses melanurus
    12 cmab 400 l–weiße Perlpunkte
    Linien-Lippfisch
    Anampses lineatus
    13 cmab 600 l–lebt eher tief (10–45 m)
    Perlenketten-Junker
    Anampses chrysocephalus
    17 cmab 600 l–nur Hawaii, sehr selten
    Gelbbrust-Lippfisch
    Anampses twistii
    18 cmab 600 l–gelbe Brust
    Gelbschwanz-Perllippfisch
    Anampses meleagrides
    22 cmab 1000 l–Weibchen mit gelbem Schwanz
    Blautüpfel-Junker
    Anampses caeruleopunctatus
    42 cmab 2000 l–wird bis 42 cm groß

    Haltung im Aquarium

    • Nur gut eingewöhnte Tiere kaufen, die sicher fressen. Nach dem Import brauchen sie oft rund vier Wochen, bis sie gut fressen und sich erholt haben.
    • Eingefahrenes Aquarium mit viel Mikrofauna (Copepoden, Flohkrebse) und lebendem Gestein.
    • Feiner Sand, mindestens 4 cm hoch – zum Schlafen und als Versteck bei Gefahr.
    • Lückenlose Abdeckung – frisch eingesetzte Lippfische springen gut.
    • Einzeln oder ein Männchen mit Weibchen, nie zwei Männchen derselben Art.
    • Wasser: 24–27 °C, Dichte 1,022–1,025.

    Fütterung

    Mehrmals täglich kleine Portionen feines Frostfutter wie Mysis, Copepoden und Artemia sowie feines Granulat. Die Tiere reagieren empfindlich auf Futterumstellung – bei Neuzugängen mit dem Futter beginnen, das sie schon kennen, und dann langsam umstellen.

    Vergesellschaftung

    Gut: ruhige Fische wie Zwerglippfische, Fahnenbarsche, Kardinalbarsche und Grundeln.
    Vorsicht: schnelle, gierige Fresser, die ihnen das Futter wegschnappen, und revierbildende Fische wie Zwergbarsche oder große Junker.
    Ungeeignet: große Raubfische und hektische, dominante Arten.

    Quellen: FishBase (Froese & Pauly); Barton, J. A., Humphrey, C., Bourne, D. G. & Hutson, K. S. (2020): Biological controls to manage Acropora-eating flatworms in coral aquaculture. Aquaculture Environment Interactions 12: 61–66, doi:10.3354/aei00347; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.

    Häufige Fragen zu Perllippfischen und Leopardjunkern

    Die wichtigsten Antworten aus unserer Praxis – ehrlich und mit Quellen geprüft.

    Sie reagieren besonders stark auf Transport, Stress und Futterumstellung. Nach dem Import brauchen sie oft rund vier Wochen, bis sie gut fressen und sich erholt haben. Kaufen Sie deshalb nur gut eingewöhnte Tiere, die sicher fressen.

    Ein eingefahrenes Aquarium mit viel Mikrofauna, feinen Sand (mindestens 4 cm hoch) zum Eingraben, eine lückenlose Abdeckung und mehrmals täglich kleine Portionen feines Frostfutter. Dazu ruhige Mitbewohner ohne starke Futterkonkurrenz.

    In unserer Praxis fressen Leopardjunker (Macropharyngodon) immer wieder Strudelwürmer (Planarien) von Korallen. Wissenschaftlich untersucht ist das für diese Gattung bisher nicht.

    Korallen lassen alle Arten in Ruhe. Sehr kleine Garnelen und Schnecken können gefressen werden. Der Blautüpfel-Junker wird bis 42 cm groß und frisst dann auch Krebse, Garnelen und Muscheln.

    Ruhe bewahren. Leopardjunker und Perllippfische graben sich bei Stress und nachts im Sand ein und bleiben nach dem Einsetzen oft eine Weile vergraben. Nicht nach dem Fisch graben, Licht gedämpft halten.

    Einzeln oder ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen. Zwei Männchen derselben Art vertragen sich nicht. Den großen Blautüpfel-Junker besser einzeln halten.

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