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Wirbellose für das Meerwasseraquarium - Garnelen, Krebse, Schnecken, Seeigel, Seesterne & mehr – aus eigener Hälterung
Alle Wirbellosen-Gruppen im Überblick
Wir haben unsere Wirbellosen in 10 Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe hat eine eigene Seite mit Artenvergleich, Hinweisen aus unserer Praxis und Quellen – und jedes Tier ein Haltungsprofil mit Endgröße, Beckengröße, Vergesellschaftung, Riffverträglichkeit und Futter. Die Beckengrößen sind Richtwerte für die kleinsten Arten der Gruppe; was für die einzelne Art gilt, steht auf der Gruppenseite und im Haltungsprofil.
| Gruppe | Aufgabe im Aquarium | Aquarium ab | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Garnelen | Putzergarnelen, Partnergarnelen, Schauobjekte | ab 50 l; Putzergarnelen ab 100 l | für viele Fische Futter; gezielt füttern, Putzer paarweise; Scherengarnelen nur ein Paar je Becken |
| Krebse & Krabben | Einsiedler als Restevertilger; kleine Krabben; Räuber als Schauobjekt | ab 50 l; Räuber ab 200–500 l | Einsiedler nur wenige je Becken, leere Schneckenhäuser anbieten; Fangschreckenkrebse, Langusten, Riffhummer sind Räuber |
| Schnecken | Algenfresser, Sandreiniger, Glasrosen- und Fadenalgenfresser | ab 30–50 l | ca. 1 Algenschnecke je 20 l; Oliven-, Mitra- und Babylonschnecken sind Fleischfresser; Nacktschnecken meist Nahrungsspezialisten |
| Seeigel | sehr gute Algenfresser | ab 100 l; Diadem-Seeigel ab 250 l | etwa 1 Seeigel je 100 l; schieben Ableger, manche gehen an Korallen; Langstachler: Vorsicht Stacheln |
| Seesterne | Aufwuchsfresser; Schlangensterne als Restevertilger | ab 100 l; Linckia ab 500 l | erst in Becken, die ca. 6 Monate laufen; Linckia und Fromia riffsicher, große Kissenseesterne bedingt |
| Muscheln | Schauobjekte; Tridacna lebt vom Licht, Feilenmuscheln filtern | ab 200 l; Tridacna ab 300 l | Tridacna aus Nachzucht, viel Licht; kleine Muscheln unter ca. 5 cm brauchen Spezialfutter; Feilenmuscheln nur für Erfahrene |
| Röhrenwürmer | Filtrierer, Schauobjekte | ab 200 l | ruhiger, strömungsarmer Platz; nur unter Wasser umsetzen; Krone wächst nach Stress nach |
| Schwämme | Filtrierer, Schauobjekte | ab 300 l | nie an die Luft; schattig, nicht im Pumpenstrahl; halten oft nur begrenzte Zeit |
| Seegurken | Sandreiniger | ab 300 l; große Arten ab 1.000 l | viel Sandfläche im eingefahrenen Becken; Pumpen und Überlauf sichern; viele nachtaktiv |
| Kraken | Schauobjekt im Artbecken, Räuber | Artbecken ab 500 l | ausbruchsicher, feste Höhle, Lebensdauer meist etwa ein Jahr; nur für Spezialisten |
Händleraussage · Praxis · Wissenschaft
Über die „Cleaning Crew“ wird viel versprochen. Hier die häufigsten Aussagen, was wir in der Praxis sehen und was die Wissenschaft dazu sagt.
| Oft zu lesen | Unsere Praxis | Wissenschaft |
|---|---|---|
| „Die Cleaning Crew macht das Becken sauber“ | Schnecken, Einsiedler, Seeigel und Seegurken fressen Algen, Reste und Detritus – die Ursache für Algen, also zu viele Nährstoffe, beseitigen sie nicht. Eine Putzkolonne ersetzt keine Nährstoffkontrolle. Zu viele Putztiere verhungern: In unserer Praxis rechnen wir mit etwa einer Algenschnecke je 20 Liter, einem Seeigel je 100 Liter und nur wenigen Einsiedlerkrebsen je Becken. | Turban-, Kreisel- und Sternschnecken weiden Algenbeläge ab; die Riesen-Kreiselschnecke (Rochia nilotica) frisst laut SeaLifeBase feine Algen und Fadenalgen. Nassarius-Schnecken sind Aasfresser, Seegurken wie Holothuria hilla Sedimentfresser, die organisches Material aus dem Sand aufnehmen (SeaLifeBase). |
| „Seesterne kannst du sofort einsetzen“ | Seesterne gehören erst in Becken, die mindestens etwa 6 Monate laufen und viel Aufwuchs haben. Wir gewöhnen sie langsam und tropfenweise ein. Haarsterne und Sanddollars sind nur etwas für Spezialisten. | Riff-Seesterne wie Linckia und Fromia weiden laut SeaLifeBase Aufwuchs, Algenrasen und Bakterienfilm von Hartsubstrat ab – in einem jungen, sauberen Becken finden sie davon zu wenig. |
| „Seeigel sind riffsicher“ | Seeigel sind in unserer Praxis sehr gute Algenfresser, aber nur bedingt riffgeeignet: Sie schieben lose Ableger und Steine herum, und manche Arten gehen an Korallen. Ableger gut festkleben. Bei Langstachel-Seeigeln Vorsicht beim Arbeiten im Becken. | Laut SeaLifeBase fressen ausgewachsene Echinothrix diadema auch lebende Steinkorallen; Tripneustes gratilla frisst neben Algen abgeschabtes Korallengewebe. Diadema setosum und Echinothrix diadema sind dort als giftig geführt. |
| „Tridacna leben nur vom Licht“ | Kleine Mördermuscheln unter etwa 5 cm kommen oft nicht allein mit Licht aus und brauchen Spezialfutter, das kaum erhältlich ist – günstig, aber schwierig. Größere Tiere brauchen viel Licht, einen Platz oben im Becken auf festem Untergrund und keine Fische, die am Mantel zupfen. | Laut SeaLifeBase ist Tridacna maxima ein Mischernährer: Photosynthese der Zooxanthellen, Aufnahme gelöster Stoffe aus dem Wasser und zusätzlich Filtration. |
| „Seegurken vergiften das ganze Becken“ | Nur verletzte oder sterbende Seegurken geben Gift ab – in unserer Praxis kommt das selten vor. Entscheidend ist, Strömungspumpen und Überlauf zu sichern, damit keine Seegurke eingesaugt wird. Wenn es passiert: sofort Wasser wechseln und Aktivkohle einsetzen. | Laut SeaLifeBase gibt Holothuria atra bei starker Reizung eine rote, giftige Flüssigkeit ab; Reeflex nennt Holothurin, das für Fische giftig ist, und berichtet von Seegurken, die in Pumpen gerieten – mit hohen Fischverlusten. |
| „Schwämme sind pflegeleicht“ | Ehrlich gesagt: Viele bunte Schwämme halten im Aquarium nur eine begrenzte Zeit. Sie dürfen nie an die Luft, brauchen einen schattigen Platz mit gleichmäßiger, mäßiger Strömung und nichts im direkten Pumpenstrahl. Absterbende Stellen zügig entfernen. | Reeflex stuft Stylissa carteri als nicht für die Aquarienhaltung geeignet und Axinella-Schwämme als nur für Fortgeschrittene ein. Riffschwämme nehmen neben feinsten Partikeln auch gelöste organische Stoffe auf (de Goeij et al. 2013, Science). |
| „Der Röhrenwurm hat die Krone verloren – er ist tot“ | Nach Transport oder Umsetzen werfen Röhrenwürmer bei Stress ihre Tentakelkrone ab. Sie wächst wieder nach. Röhrenwürmer nur unter Wasser umsetzen, damit keine Luft in die Röhre kommt. | In einer Studie (Murray et al. 2013, Aquaculture) bildeten Sabellastarte-Röhrenwürmer nach einer Teilung innerhalb von vier Wochen Kopf und Tentakelkrone neu. |
| „Wirbellose passen zu jedem Fischbesatz“ | Viele Wirbellose sind Futter für Fische: Garnelen für große Lippfische, Röhrenwurmkronen für Falter-, Kaiser- und Lippfische, Schwämme für Kaiser-, Feilen- und Drückerfische, Muschelmäntel für Zwergkaiser und Doktorfische. Umgekehrt sind Scherengarnelen, Fangschreckenkrebse, Langusten, große Schlangensterne und Kraken selbst Räuber. | Laut FishBase frisst der Imperator-Kaiserfisch (Pomacanthus imperator) in der Natur Schwämme. Fangschreckenkrebse sind laut SeaLifeBase Räuber, die lebende Beute brauchen; Octopus cyanea frisst vor allem Muscheln, Schnecken und Krabben. |
So kaufst du bei uns Wirbellose
- Beispielfotos: Alle Fotos sind Beispielbilder der Art. Bei Importtieren ist die genaue Art teils nicht sicher bestimmt; Farbe, Form und Größe können abweichen – frag gern vorher nach.
- Eingewöhnung: Wirbellose reagieren empfindlich auf Dichteänderungen. Gewöhne sie langsam und tropfenweise ein; Schwämme, Röhrenwürmer, Seegurken, Seesterne und Seeigel dürfen dabei nicht an die Luft.
- Lieferampel: Nicht jede Art ist ständig vorrätig. Die aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit stehen auf jeder Produktseite.
- Versand: Lebendtierversand mit Terminabsprache, bevorzugt mittwochs (Ankunft donnerstags), getrennt von Technik und Frostfutter. Abholung im Laden in Schwandorf ist jederzeit möglich.
- Beratung: Ob ein Tier zu deinem Becken und Besatz passt, besprechen wir gern vorher – per Telefon, WhatsApp oder im Laden.
Quellen: SeaLifeBase (Palomares & Pauly); FishBase (Froese & Pauly); Reeflex; de Goeij, J. M. et al. (2013): Surviving in a marine desert: the sponge loop retains resources within coral reefs. Science 342; Murray, J. M. et al. (2013): Aquaculture 410–411; PunkCorals-Praxis. Stand: Oktober 2026.
Putzkolonne richtig zusammenstellen
Vergesellschaftung: Wer frisst wen?







